Was ist wirklich dran am Coregasm? Jacob Lund / Shutterstock

Coregasm So wird dein Bauchtraining zum echten Höhepunkt

Bauchübungen zum Abschluss des Trainings sind eine echte Quälerei. Manchmal machen sie aber auch unerwartet viel Spaß. Die Wahrheit über den Orgasmus beim Bauch-Workout

Von allen Gründen, besser zu Hause zu trainieren, ist das wohl der ungewöhnlichste. Aber wahrscheinlich wäre kaum ein Ort besser geeignet für dieses Trainingshighlight als das Home Gym: Du könntest nämlich einen "Coregasm“ bekommen. Es ist aber auch ein guter Grund, sich ab sofort doch noch durch die letzten Crunches zu kämpfen.

Mit deinem sportlichen Höhepunkt musst du jedenfalls nicht warten bis das Fitnessstudio wieder geöffnet hat. Und wahrscheinlich lässt er sich zu Hause sowieso viel entspannter und ausgelassener genießen. Doch nun klären wir erst mal, was wirklich hinter dem Coregasm steckt.

In diesem Artikel:

Was ist ein Coregasm überhaupt?

Ein Orgasmus beim Sport? Klingt erstmal wie einer dieser Mythen, der einen nervigen Gesundheitstrend schönreden soll (à la "Seitdem ich die neue Selleriediät mache, fühle ich mich wie ein neuer Mensch“ – ja, wie ein sehr hungriger Mensch).

Das ist der Coregasm aber nicht. Eine Studie der Indiana University bestätigte schon 2012 dieses Phänomen, dass einige Frauen beim Core-Training (daher der Name) heiße Gefühle oder sogar einen Höhepunkt erleben – ganz ohne erotische Fantasien oder andere Stimulation.

Etwa die Hälfte aller "exercise-induced orgasms“ (also Orgasmen durch Sport) sind solche Coregasmen. Sie passieren, wenn die Rumpfmuskeln trainiert werden, so viel ist bekannt. Aber auch Yoga ("Yogasm"), Laufen oder Radfahren sollen bereits Frauen zur Ekstase gebracht haben.

Wann und warum bekomme ich einen Coregasm?

Die Ursache ist noch nicht genau geklärt. Wahrscheinlich ist aber, dass durch die Kontraktion der Rumpfmuskeln auch der Beckenboden und die umliegenden Nerven aktiviert werden.

"Teilweise haben die Muskeln übers Bindegewebe sogar Verbindungen zur Klitoris“, sagt Beckenboden-Expertin Dr. Karin Scheurich von BeBo® Deutschland. Wenn du die Bauch- und Beckenbodenmuskeln anspannst, kann das auch die Klitoris stimulieren – das magische Zentrum der weiblichen Lust. Außerdem wird dein Körper (also auch dein Intimbereich) beim Sport stärker durchblutet und du atmest tiefer. Das alles kann zum Extra-Spaß beim Workout beitragen.

Kann jede Frau einen Coregasm bekommen?

Leider nicht. In der Studie der Indiana University berichteten 246 von 370 Teilnehmerinnen von heißen Gefühlen beim Sport, 124 von einem richtigen Orgasmus. Männer haben hier schlechtere Karten. Auch sie können theoretisch einen Coregasm bekommen, das passiert aber erheblich seltener und ist noch weniger erforscht.

Coregasm
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Der Schlüssel zum Coregasm: trainierte Bauch- und Beckenbodenmuskeln.

Du kannst deine Chancen auf den sportliche Höhepunkt aber steigern: Hast du schon mal bewusst in deinen Beckenboden reingehorcht? Wenn nicht, dann probiere es doch genau jetzt. Damit erhöhst du nämlich die Wahrscheinlichkeit auf einen Orgasmus – egal ob beim Sport oder im Bett.

"Ein gutes Bewusstsein für den eigenen Körper ist Voraussetzung für jeden Orgasmus“, so Scheurich. Doch genau das fehlt heute vielen. "Durch den Stress ist unser Fokus nach außen gerichtet, die Körperwahrnehmung geht häufig nur dahin, wo es wehtut.“

Außerdem kannst du deinen Beckenboden gezielt trainieren. Denn je besser die Muskeln trainiert sind, desto stärker werden sie durchblutet und sind dadurch empfindsamer. Deshalb kommen Frauen mit trainiertem Beckenboden häufiger beim Sex und können auch eher einen Coregasm haben. Das hat noch einen weiteren Vorteil: Wenn du beim Sex deinen Beckenboden aktiv an- und entspannen kannst, wird das den Mann wahnsinnig machen.

Mit welchen Übungen bekomme ich einen Coregasm?

In den USA bieten einige Studios gezielt "Coregasm-Workouts" an. Eine Garantie, dass es tatsächlich klappt, gibt es allerdings nicht. Immerhin konnte in der Studie nur etwa ein Drittel aller Teilnehmerinnen beim Sport kommen und selbst coregasmfähige Frauen erleben diesen Höhepunkt nicht jedes Mal. Du willst es trotzdem versuchen? Dann probier's mal mit diesem Workout:

  • Tief durchatmen: Versuche nicht, den Coregasmus herbeizuzwingen – denn dann kommt er garantiert nicht.
  • Warm-Up: Bringe dein Blut erst einmal mit Cardio in Wallung. Übrigens: Schon dabei werden Glückshormone ausgeschüttet.
  • Richtig auspowern: Jetzt gibt’s ein knallhartes Ganzkörpertraining, denn der Coregasm tritt erst ein, wenn die Muskeln ermüden. Am Besten setzt du auf Übungen, die auch eine gewisse Stabilität im Core-Bereich erfordern wie Kniebeugen, Kreuzheben, Mountain Climbers oder die Planke.
  • Das große Finale: Erst jetzt kommt gezieltes Core-Training zum Einsatz. Fordere deine Bauchmuskeln bis ans Limit – und einen Tick darüber hinaus. Vor allem der sogenannte "Captain’s Chair" (Beinheben im Hang) soll bei vielen Frauen zum Coregasmus führen, aber auch Übungen wie Crunches, Planke oder der Käfer-Crunch sind geeignet.
Coregasm
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Spürst du's? Jackpot!

Wichtig ist, dass du wirklich alles gibst. Heißt: Wenn du eigentlich nicht mehr kannst, hältst du noch ein paar Sekunden durch! Denn 15 bis 30 Wiederholungen mit richtig Power sollten es schon sein.

Ob mit oder ohne Orgasmus – regelmäßiges Bauch- und Beckenbodentraining schadet nie. Und wenn es mit dem Coregasm beim Sport einfach nicht klappen will: Was soll's?! Immerhin gibt es auch viele andere (und heißere) Wege zum Orgasmus zu kommen.

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