Fit bis ins hohe Alter: Auf diese 5 Muskeln kommt es jetzt besonders an

Longevity-Training
Fit bis ins hohe Alter: Auf diese 5 Muskeln kommt es jetzt besonders an

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.08.2026
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Diese 5 Muskelgruppen sollte man im hohen Alter trainieren - z.B Plank
Foto: gettyimages/JohnnyGreig

Mit zunehmendem Alter verliert der Körper ganz natürlich Muskelmasse. Dieser Prozess beginnt bereits ab etwa dem 30. Lebensjahr und beschleunigt sich später oft weiter. Doch Krafttraining kann diesem Muskelabbau wirksam entgegenwirken.

Studien zeigen sogar, dass selbst hochbetagte Menschen noch Muskulatur aufbauen und ihre Kraft verbessern können. Besonders wichtig sind dabei einige Muskelgruppen, die maßgeblich darüber entscheiden, wie mobil, stabil und selbstständig wir im Alltag bleiben.

Warum bestimmte Muskeln mit zunehmendem Alter wichtiger werden

Nicht jeder Muskel erfüllt dieselbe Aufgabe. Während einige Muskeln vor allem bei sportlichen Leistungen eine Rolle spielen, sind andere entscheidend für ganz alltägliche Bewegungen. Sie helfen dir dabei, sicher zu gehen, Treppen zu steigen, Einkäufe zu tragen, vom Stuhl aufzustehen oder das Gleichgewicht zu halten.

Genau diese Fähigkeiten werden mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Denn viele Stürze und Bewegungseinschränkungen entwickeln sich über Jahre durch schleichenden Muskelabbau. Werden die richtigen Muskelgruppen regelmäßig trainiert, lässt sich diesem Prozess gezielt entgegenwirken.

Eine Studie zeigte sogar, dass ein zweimal wöchentliches Trainingsprogramm aus Kraft-, Balance- und Gangtraining bei Menschen in ihren 90ern Muskelmasse, Kraft und Leistungsfähigkeit verbessern und gleichzeitig die Zahl der Stürze reduzieren konnte.

Infobox: Die 5 wichtigsten Muskeln für gesundes Altern• Gesäßmuskulatur
• Oberschenkelvorderseite
• Wadenmuskulatur
• Rückenstrecker
• Tiefe Rumpfmuskulatur

Gemeinsam sorgen sie dafür, dass du dich sicher, kräftig und unabhängig bewegen kannst.

Die 5 wichtigsten Muskelgruppen für gesundes Altern

Diese Muskelgruppen arbeiten bei nahezu jeder Alltagsbewegung zusammen. Je stärker sie sind, desto leichter fallen Gehen, Aufstehen, Tragen, Treppensteigen und viele andere Bewegungen, die oft selbstverständlich erscheinen – bis sie plötzlich schwerer werden.

1. Die Gesäßmuskulatur – dein Kraftzentrum für Alltag und Gleichgewicht

Der große Gesäßmuskel (Gluteus maximus) ist der größte Muskel des Körpers. Laut Orthopäden Dr. Brad Weening zeigen Studien, dass schwächere Gesäßmuskeln mit einem langsameren Gangtempo, einem höheren Sturzrisiko und einer geringeren Selbstständigkeit verbunden sein können. Besonders wichtig ist die Gesäßmuskulatur beim Gehen, Treppensteigen, Aufstehen und bei vielen Gleichgewichtsreaktionen.

Die besten Übungen für deine Gesäßmuskulatur

  • Glute Bridge: Lege dich auf den Rücken, stelle die Füße hüftbreit auf und drücke das Becken kontrolliert nach oben. Spanne dabei bewusst Gesäß und Rumpf an. Anschließend senkst du das Becken langsam wieder ab.
  • Hip Thrust: Ähnlich wie bei der Glute Bridge ruht hier der obere Rücken auf einer Bank. Das zusätzliche Gewicht auf dem Becken erhöht den Trainingsreiz und macht die Übung besonders effektiv für den Muskelaufbau.

Weitere gute Optionen sind Rumänisches Kreuzheben und Step-ups auf eine Bank oder Treppenstufe.

2. Die Oberschenkelvorderseite – wichtig für Stabilität und Mobilität

Der Quadrizeps an der Vorderseite des Oberschenkels gehört zu den wichtigsten Muskeln für alltägliche Bewegungen. Diese Muskeln helfen dir beim Gehen, stabilisieren das Knie und unterstützen dich beim Aufstehen vom Stuhl. Das erklärt der Orthopäde Dr. Paul Zalzal in seinem Youtube-Video gemeinsam mit Dr. Brad Weening.

Die besten Übungen für deine Oberschenkelvorderseite

  • Sit-to-Stand: Setze dich auf einen Stuhl und stehe kontrolliert auf, ohne Schwung zu holen. Anschließend setzt du dich langsam wieder hin. Diese einfache Bewegung gilt inzwischen sogar als wichtiger Longevity-Test, da sie Kraft, Mobilität und Koordination gleichzeitig fordert.
  • Kniebeugen: Kniebeugen trainieren nicht nur die Oberschenkel, sondern auch Gesäß und Rumpf. Geeignet sind unter anderem Chair Squats, klassische Kniebeugen, Kniebeugen mit Zusatzgewicht oder Bulgarian Split Squats.

3. Die Waden – unterschätzt, aber enorm wichtig

Die Wadenmuskulatur übernimmt bei jedem Schritt eine zentrale Aufgabe: Sie sorgt für den Abdruck vom Boden und hilft dabei, Vortrieb zu erzeugen. Dr. Weening verweist darauf, dass die Gehgeschwindigkeit im Alter eng mit Gesundheit, Sturzrisiko und sogar der Lebenserwartung zusammenhängt.

Die besten Übungen für deine Waden

  • Wadenheben im Stand: Stelle dich aufrecht hin, drücke dich auf die Zehenspitzen und senke die Fersen anschließend langsam wieder ab. Für Fortgeschrittene eignen sich ebenfalls freihändiges Wadenheben, einbeiniges Wadenheben oder Wadenheben auf einer Stufe. Zusätzlich trainierst du beim Wadenheben dein Gleichgewicht.
  • Sitzendes Wadenheben: Diese Variante trainiert besonders den tiefer liegenden Soleus-Muskel, der vor allem bei längeren Gehstrecken eine wichtige Rolle spielt.

4. Die Rückenstrecker – für eine aufrechte Haltung

Wer älteren Menschen beim Gehen zusieht, bemerkt häufig eine starke Vorbeugung des Oberkörpers. Fachleute sprechen dabei von einer Kyphose. Damit du auch im Alter aufrecht gehen und Hindernisse rechtzeitig erkennen kannst, benötigen die Rückenstrecker regelmäßiges Training.

Die besten Übungen für deine Rückenstrecker

  • Kreuzheben: Beim Kreuzheben wird die Hüfte nach hinten geschoben und anschließend wieder gestreckt. Die Übung trainiert Rücken, Gesäß und Beine gleichzeitig.
  • Bird Dog: Begib dich in den Vierfüßlerstand. Strecke anschließend einen Arm und das gegenüberliegende Bein aus und halte die Position einige Sekunden. Die Übung verbessert neben der Rückenmuskulatur auch Koordination und Stabilität.

5. Die tiefe Rumpfmuskulatur – die Basis für jede Bewegung

Wenn Fachleute vom Core sprechen, meinen sie nicht das sichtbare Sixpack, sondern vor allem die tiefer liegenden Muskeln. Dazu gehören der Transversus abdominis und die inneren und äußeren schrägen Bauchmuskeln. Diese Muskulatur stabilisiert den Körper bei nahezu jeder Bewegung.

Die besten Übungen deine tiefe Rumpfmuskulatur

  • Unterarmstütz (Plank): Halte den Körper in einer geraden Linie. Das Becken sollte weder durchhängen noch zu hoch stehen. Versuche, die Haltezeit nach und nach zu steigern.
  • Pallof Press: Mit einem Widerstandsband drückst du die Arme vor dem Körper nach vorn, während du der seitlichen Zugkraft widerstehst. Die Übung trainiert die sogenannte Anti-Rotation und verbessert die Stabilität des Rumpfes.
  • Farmer's Carry: Trage schwere Gewichte kontrolliert über eine bestimmte Strecke. Dabei arbeiten Core, Schultern und Griffkraft gleichzeitig.

So könnte ein Longevity-Workout aussehen

Bereits 2 bis 3 Einheiten pro Woche können helfen, um alle 5 Schlüsselmuskelgruppen regelmäßig zu fordern.

Das Training dauert nur etwa 20 bis 30 Minuten und lässt sich problemlos zuhause durchführen.

Kraft allein reicht nicht aus

Neben dem Muskelaufbau spielen auch Gleichgewicht, Beweglichkeit und Koordination eine wichtige Rolle für gesundes Altern. Deshalb empfehlen viele Expert:innen, Krafttraining mit regelmäßiger Alltagsbewegung zu kombinieren.

Spaziergänge, Wandern, Radfahren, Yoga oder Pilates können eine sinnvolle Ergänzung sein. Besonders effektiv ist eine Kombination aus Krafttraining und Gleichgewichtsübungen, da beide Faktoren entscheidend dazu beitragen, Stürze zu vermeiden und die Selbstständigkeit langfristig zu erhalten.

Wer bereits heute regelmäßig trainiert, investiert damit nicht nur in seine aktuelle Fitness, sondern auch in seine Lebensqualität in 10, 20 oder 30 Jahren.

FAQ: Häufige Fragen zu Muskelaufbau und gesundem Altern

Fazit