Surfen lernen Darum ist Wellenreiten unser Sommer-Lieblingssport

So lernen Sie surfen
Eine Profi-Surferin erklärt, wie Sie das Wellenreiten lernen © PR

Sie wollten schon immer so richtig übers Meer brettern? Die nächste perfekte Welle ist Ihre! Wir haben eine Profi-Surferin gefragt, wie wir noch diesen Sommer surfen lernen

Die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut spüren, die frische Meerluft einatmen, aufs Surfbrett springen, die perfekte Welle reiten, alles um sich herum vergessen und einfach nur den Moment genießen – Surfen ist eine der schönsten, aber gleichzeitig auch eine der am schwierigsten zu erlernenden Sportarten. Besonders als Anfänger weiß man oft nicht, welche Welle die richtige ist, fällt immer wieder vom Brett und wird vom Meer an Land gespült. Warum es sich aber lohnt, diese grandiose Sportart zu lernen, mit welchen Tricks, es klappt und worauf man bei der Ausrüstung achten muss, haben wir die Profi-Surferin und Lululemon-Botschafterin Malia Manuel gefragt:

5 Gründe, warum jede Frau surfen lernen sollte

1. Surfen macht den Kopf frei

Es ist wie Meditation in Bewegung. Jeglicher Alltagsstress, Sorgen und Probleme fallen von Ihnen ab, wenn Sie einen Fuß ins Meer setzen. "Alles scheint weit weg zu sein, denn Sie sind voll und ganz mit den Wellen beschäftigt“, sagt Malia Manuel. Sie sind im Moment und vergessen alles um sich herum – was uns Frauen ja häufig schwerfällt.

2. Surfen verbessert die Fitness

Sobald Sie sich aufs Board schwingen, kommt Ihr gesamter Körper in Bewegung: Beim Paddeln trainieren Sie Arme, Schultern sowie die Brustmuskulatur. Beim Aufstehen auf dem Brett sind insbesondere die Oberschenkel- und Pomuskeln gefordert und sobald Sie auf der Welle reiten, arbeiten Ihre Rumpfmuskeln auf Hochtouren. Mit der Zeit werden Sie merken, wie sich Ihr Körpergefühl verbessert, Sie mehr und mehr Körperspannung bekommen, fitter, schlanker und muskulöser werden. Das Tollste daran ist, dass Sie gar nicht mitbekommen, dass Surfen eigentlich total anstrengend ist, einfach weil es so viel Spaß macht.

3. Surfen wird nie langweilig

Was Sie beim Surfen schnell lernen werden: Kein Tag ist wie der vorherige, keine Welle gleicht der anderen und kein Surfspot hat dieselben Bedingungen – beim Surfen wird es also nie langweilig. Das Meer stellt Sie immer wieder vor neue Herausforderungen und selbst, wer schon Erfahrungen gesammelt hat, hat auf dem Board sicher nie ausgelernt.

4. Surfen macht happy

Insbesondere als Anfänger feiern zu Beginn schnell Erfolge. Sobald Sie einmal das Glücksgefühl erlebt haben, auf einer Welle zu reiten, wenn das Adrenalin ins Blut schießt und Ihnen die Endorphine ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern – dann verstehen Sie, warum so viele dem Surfsport verfallen. "Und das Gefühl nach einem grandiosen Surf-Tag erschöpft aber überglücklich ins Bett zu fallen, ist sowieso unersetzbar“, sagt Surferin Malia.

5. Durchs Surfen lernen Sie neue Leute kennen

Die Surf-Community ist eine sehr aufgeschlossene und hilfsbereite Gruppe sportverrückter Menschen. Wenn nicht bereits am Strand kommen Sie spätestens, wenn Sie im Wasser treiben und auf die nächste Welle warten, mit anderen Surfern ins Gespräch. Ob daraus ein netter Smalltalk, ein Buddy für den nächsten Trip oder eine beste Freundin fürs Leben wird – beim Surfen ist alles möglich.

Wie schnell Sie das Wellenreiten lernen, hängt vor allem von Ihrer Motivation ab. © PR

Wie lange braucht man, um surfen zu lernen?

Wie lange es tatsächlich braucht, bis Sie das erste Mal auf dem Brett stehen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. "Surf-Bedingungen (Größe und Qualität der Wellen), Fitnesslevel, Körperbau, Equipment und die eigene Motivation spielen eine entscheidende Rolle für die ersten Surf-Erfolge“, sagt die Expertin. Üblicherweise können Surfschüler mit einer gewissen Grundfitness schon in den ersten zwei Kurstagen im Weißwasser, also auf gebrochenen Wellen, auf dem Brett aufstehen und ein paar Meter gleiten. Schüler, die etwas weniger sportlich sind, schaffen es normalerweise innerhalb der ersten Kurswoche. In der zweiten Kurswoche können sportliche Anfänger meist auch Grüne, also ungebrochene Wellen, surfen.

Wie schnell sich Erfolge einstellen, ist zudem stark davon abhängig, wie individuell die Betreuung des Surflehrers ausfällt. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie beim Surf-Kurs in eine kleine Gruppe kommen. Denn um vier bis fünf Schüler kann sich der Surflehrer wesentlich besser kümmern als um die doppelte Anzahl. Versuchen Sie auf keinen Fall, sich das Surfen selbst beizubringen. Das ist nicht nur gefährlich, sondern dauert zudem auch deutlich länger als mit Surflehrer beziehungsweise im Surfcamp.

Anleitung: Richtig paddeln

Paddeln klingt vielleicht erstmal langweilig, ist aber das Wichtigste für den Start des Wellenritts. "Nur mit einer guten Paddel-Technik haben Sie genug Speed, um mit der Geschwindigkeit der Welle mithalten zu können“, sagt Malia Manuel. Wer zu langsam lospaddelt, verpasst den Schub der Welle. Und wer falsch und unkontrolliert drauflos paddelt, ist schnell ausgepowert und hat im entscheidenden Moment nicht mehr genug Kraft und Konzentration für den sogenannten Take-off.

Deshalb: Körperspannung aufbauen – vom Oberkörper, über die Hände, Po bis in die Waden. Die Beine liegen nah nebeneinander und sollten nicht vom Board hängen. Das Brustbein platzieren Sie ungefähr auf zwei Dritteln der Länge Ihres Brettes (zur Orientierung: bei vielen Surfbrettern ist das Logo des Herstellers genau an dieser Stelle), Oberkörper leicht vom Brett anheben und mit den Armen wie beim Kraulschwimmen lange Züge parallel zur Außenkante des Bretts machen. Dabei die Arme ganz gerade nach vorne strecken, eintauchen und komplett bis nach hinten durchziehen. Die Finger halten Sie dabei zusammen und bauen Spannung in der Hand auf, dadurch haben Sie einen guten Widerstand im Wasser und kommen schneller voran.

Anleitung: Wie schafft man es aufzustehen?

"Beim ersten Aufsteh-Versuch ist es ratsam, sich eine bereits gebrochene Welle auszusuchen, die dennoch genug Schub hat, um Sie vor sich herzuschieben“, rät Surferin Manuel. Dazu positionieren Sie Ihr Brett so, dass die Spitze Richtung Strand zeigt und paddeln dann los. Jetzt kommt der entscheidende Moment: Sobald Sie den Schwung der Welle unterm Brett spüren, machen Sie noch zwei bis drei schnelle aber kontrollierte Kraulzüge und setzen erst dann die Hände unterhalb der Brust auf. Dann drücken Sie wie bei einem Push-up den Oberkörper hoch und ziehen gleichzeitig die Füße unter dem Körper nach vorne (nicht springen!) und stellen Sie leicht versetzt etwas mehr als hüftbreit auf. Aus dieser Hockposition können Sie sich aus der Kraft der Beine hochdrücken und gleichzeitig die Hände vom Brett lösen.

Wellenreiten wird nie langweilig, denn das Meer stellt Sie immer wieder vor neue Herausforderungen. © PR

Die größten Fehler beim Surfen lernen

1. Zu hohe Erwartungen

Viele Anfänger glauben, dass Sie schon bei der ersten Session sekundenlang eine grüne Welle surfen. Wenn es dann bei den ersten Malen nicht klappt, sind sie schnell frustriert und geben auf, bevor sie richtig angefangen haben. Deshalb lautet die oberste Regel: Haben Sie Geduld und schrauben Sie Ihre Erwartungen runter. Es braucht Zeit, ein Gefühl für das Meer, das Brett und das richtige Timing zu entwickeln.

2. Alleingänge

Buchen Sie sich einen Surflehrer, eine Woche im Surfcamp oder suchen Sie sich einen erfahrenen Surfer, der Ihnen das Wellenreiten beibringt. Auch wenn Sie am liebsten sofort mit dem Brett in die Brandung springen möchten, nachdem Sie diesen Artikel gelesen haben, lassen Sie Alleingänge lieber bleiben. Denn abgesehen von der richtigen Surftechnik erklärt Ihnen ein erfahrener Surfer alles, was Sie vor dem ersten Gang ins Wasser wissen müssen: woran Sie einen guten Surfspot, gute Wellen und gefährliche Rip Currents (Strömungen, die einen auf das offene Meer ziehen) erkennen und macht Sie vertraut mit den Vorfahrtsregeln unter Surfern.

3. Die falsche Ausrüstung

Ein zu kleines Brett, ein ständig verrutschender Bikini, ein zu weiter Neoprenanzug – das falsche Equipment kann Sie ablenken, verunsichern und Ihnen den Spaß am Surfen nehmen. Lassen Sie sich daher vor Ihrem ersten Wellenritt ausgiebig im Surfshop beraten. "Je wohler Sie sich mit Ihrem Equipment fühlen, desto besser können Sie sich auf das Surfen konzentrieren und desto schneller machen Sie Fortschritte im Wasser“, sagt Malia Manuel.

4. Kein Sonnenschutz

Aus Sorge, eventuell nicht braun gebrannt aus dem Sommerurlaub zurückzukommen, verzichten manche beim Surfen gern auf die Sonnencreme oder greifen zu einer Creme mit zu geringem Lichtschutzfaktor. Doch wer den ganzen Tag ungeschützt der Sonne ausgesetzt ist (auch wenn es ein bisschen bewölkt ist), riskiert Sonnenbrand und Hautschäden. Wasserfeste Cremes mit Lichtschutzfaktor 30 oder 50 sind daher Pflicht. Surfen mit Sonnenbrand ist nämlich alles andere als spaßig.

Ausrüstung: Was brauche ich? Was gibt es beim Equipment zu beachten?

Die Basis-Ausrüstung für Surfergirls besteht aus Surfbrett und Bikini. Wer nicht gerade bei tropischen Temperaturen surfen geht, sollte sich zudem einen Neoprenanzug zulegen. Bei der Wahl des richtigen Bikinis, Surfboards und Neoprenanzugs gibt es ein paar Dinge zu beachten:

Surfbrett: Die Länge und Breite des Surfbretts sollte in erster Linie zu Ihrem Können passen. Gepolsterte Anfänger-Schaumboards eignen sich wunderbar für Einsteiger, die erst einmal ein Gefühl für das Brett bekommen wollen. Sie sind etwas voluminöser als normale Surfboards und bieten viel Stabilität, sind leicht zu paddeln und gleiten gut an. Wegen ihres hohen Volumens lassen sich damit selbst kleine Wellen bis an den Strand surfen. Wer schon etwas fortgeschrittener ist, kann zu einem Longboard oder einem Funboard greifen.

Eine allgemein gültige Regel für die Bestimmung des richtigen Surfbretts gibt es allerdings nicht, deswegen auch hier beim Surfboardverleih, Surfshop oder einem erfahrenen Surflehrer nachfragen. Ganz gleich für welches Board Sie sich entscheiden: Achten Sie immer darauf, dass das Brett eine Leash hat, also eine Verbindungsleine zwischen Board und Fußgelenk. Die Leash ist quasi der Rettungsanker zwischen Ihnen und dem Brett und da Sie besonders am Anfang häufig ins Wasser fallen werden, ist die Leash umso wichtiger.

Bikini: Damit Sie nicht bei jedem Sprung aufs Brett darüber nachdenken, ob noch alles bedeckt ist, was bedeckt sein sollte und nicht nach jeder Welle alles wieder zurechtrücken müssen, ist ein perfekt sitzender Bikini eine sehr gute Investition. "Oberteile mit überkreuzten Trägern am Rücken bieten in der Regel mehr Halt als einfache Träger“, sagt die Expertin. Die Bikinihose sollte fest sitzen ohne einzuengen. Wer auf Nummer sicher gehen will, entscheidet sich für einen Langarm-Badeanzug oder zieht Surfshorts oder -shirt über den Bikini.

Für ihre Lululemon-Bademodenkollektion waren Malia nicht nur das schöne Muster und Farben wichtig, sondern auch, dass die Bikinis und Badeanzüge sowohl beim Surfen als auch beim Schwimmen nicht verrutschen. Damit sich die Trägerin voll und ganz auf ihre Surfsession und sich selbst fokussieren kann, hat Malia ihre jahrelangen Erfahrungen beim Wellenreiten einfließen lassen und die Entwürfe immer wieder selbst getestet und gegebenenfalls Anpassungen machen lassen.

Zum Launch ihrer "Will the Wave“-Kollektion mit Lululemon haben wir Profi-Surferin Malia Manuel in Los Angeles getroffen. Dort verriet uns die 24-jährige Hawaiianerin in einer Surf-Session alles, was man über den Surfsport wissen muss. © Women's Health

Neoprenanzug: "Die Dicke des Neoprenanzugs hängt von den Luft- und Wassertemperaturen im Reiseziel, Ihren Surfskills und Ihrem persönlichen Geschmack ab“, sagt Manuel. Damit Sie zu Beginn erstmal ein Gefühl für das Wasser und das Brett bekommen, empfiehlt sich in der Regel ein 3/2-Anzug. Die Zahlen geben Auskunft über die Materialdicke am Torso (erste Zahl) und an Armen und Beinen (zweite Zahl). Ein 3/2-Fullsuit (lange Beine, lange Ärmel) oder Shorty (kurze Beine, kurze Ärmel) ist beispielsweise bei Wassertemperaturen von etwa 15 bis 19 Grad angemessen.

Damit der Neoprenanzug auch wirklich die Wärme am Körper halten kann, sollte er wie eine zweite Haut sitzen, aber dennoch ausreichend Bewegungsfreiheit bieten. Am besten machen Sie bei der Anprobe ein paar Kniebeugen und rudern mit den Armen, um zu testen, wie gut Sie sich im Anzug bewegen können.

Surfen zu lernen ist eine Herausforderung. Nehmen Sie sie an, und bleiben Sie hartnäckig! Denn das unschlagbare Gefühl, wenn Sie die Welle das erste Mal reiten, belohnt Sie für jede Anstrengung.

05.06.2018| © womenshealth.de
Mimi Manthei Fitness-Trainee
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