Dünnes und feines Haar Mehr Power für die Frisur

Feines Haar braucht viel Unterstützung
Helle Strähnen und leichte Stufen lassen feine Haare deutlich voller wirken. © Look Studio / Shutterstock.com

Dünnes und feines Haar ist im Grunde pflegeleicht. Probleme bereitet allerdings das Styling. Diese Strategien verhelfen zu mehr Volumen

Ihr Haar liegt platt am Kopf, wirkt kraftlos und spärlich? Keine Frisur hält? Damit sind Sie nicht alleine! Mehr als ein Drittel aller Frauen hat feines Haar. Insgesamt wünschen sich aber laut einer Statistik des Haarpflege-Unternehmens Kao 56 Prozent mehr Fülle, also keineswegs nur Frauen mit dünnem Haar. Kein Wunder: Üppige Mähnen stehen nun mal für Lebensfreude, Gesundheit und Erfolg.

Wann gelten Haare als fein?

Helle Strähnen lassen feines Haar voller wirken
Blonde Haare sind von Natur aus feiner als dunkle. © Look Studio / Shutterstock.com

Menschen mit feinem Haar wirken oft so, als hätten sie zu wenig Haare. Dabei ist das einzelne Haar einfach nur dünner als normal. Wissenschaftler sprechen von feinem Haar, wenn der Durchmesser der einzelnen Haare nicht mehr als 0,04 Millimeter beträgt. Normal sind 0,05 bis 0,07 Millimeter. Meist ist dünnes Haar erblich bedingt. Besonders blonde Menschen haben damit zu kämpfen, da blonde Haare grundsätzlich dünner sind als dunkle. Manchmal sind schlappe Haare aber auch ein Signal, dass der Körper eine Auszeit braucht. Auch die Luftfeuchtigkeit, der Monatszyklus und die Ernährung beeinflussen den Zustand unserer Mähne.

Bei feinem Haar helfen Volumenshampoos

Da feines Haar meist enger an der Kopfhaut liegt, wirkt es schnell fettig und kraftlos, es muss also häufiger gewaschen werden. Entsprechend mild und sparsam dosiert sollte das Shampoo sein. Um Ihrem Haar bis zur nächsten Wäsche mehr Fülle zu geben, sollten Sie ein Volumenshampoo wählen. Es enthält Polymere, die jedes einzelne Haar umhüllen und es so künstlich verdicken. Gut geeignet sind auch Shampoos, die Proteine (Eiweiße) enthalten, da sie das Wachstum anregen und das Haar aufbauen. Ceramide (Kittsubstanzen) wiederum füllen Lücken zwischen den Hornzellen, verbessern so die Struktur und reparieren den Haarschaft. Panthenol (Provitamin B5) wandert in den Haarschaft und spendet Feuchtigkeit. Außerdem regt es den Stoffwechsel der Aminosäuren an, aus denen Keratin, die Grundsubstanz der Haare, besteht.

Fettig, trocken, Schuppen – diese Haarprobleme gehen vor

Wenn Ihr Haar aber nicht nur fein ist, sondern Sie zusätzlich unter fettigem oder trockenem Haar oder Schuppen leiden, sollten Sie sich für ein auf diese Haarprobleme zugeschnittenes Shampoo entscheiden. Erst danach sollten Volumenpräparate zum Aufbau und Finish der Haare benutzt werden.

Feines Haar mag keine Weichspüler

Vorsicht ist bei Spülungen geboten: Sie enthalten in der Regel neben Pflegewirkstoffen auch weichmachende Substanzen, die das Haar am Ansatz beschweren können. Deshalb die Spülung am besten nur in die Spitzen geben, weil diese am schnellsten austrocknen und splissig werden können. Am besten Sie verwenden eine spezielle Volumenspülung, die einen leichten Polymerfilm um jedes einzelne Haar legt und es so üppiger erscheinen lässt.

Die richtigen Kuren für feines Haar

Pflegende Cremekuren sind für feines Haar ungeeignet – sie würden es nur beschweren und schlapp machen. Machen Sie lieber ein- bis zweimal pro Woche eine leichte Feuchtigkeitskur. Ampullenkuren mit Vitaminen und Mineralstoffen kräftigen das Haar von der Wurzel an und sorgen dafür, dass die Haare nicht vorzeitig ausfallen.Schwieriger wird es, wenn feines Haar trocken, splissig oder spröde ist: Es braucht besonders intensive Pflege, soll aber gleichzeitig nicht beschwert werden. Dann sollte man regelmäßig eine Kur für strapaziertes Haar machen, diese aber wie eine Spülung anwenden, also nur kurz einwirken lassen. Der Reparatureffekt ist so zwar nicht ganz so ausgeprägt, aber immerhin wird die Kämmbarkeit verbessert und das Haar beim Frisieren nicht noch zusätzlich geschädigt. Auch alkoholfreie Sprühkuren mit Panthenol (Provitamin B5) kommen in Frage – sie spenden dem Haar Feuchtigkeit. Ebenfalls in Sprühkuren eingesetzt wird flüssiges Keratin, ein Hauptbestandteil der Haare. Von außen aufs Haar gebracht, beschert Keratin Fülle und Halt – es hat also zusätzlich einen Stylingeffekt.

Volumen ins Haar föhnen

Fülle bekommt feines Haar auch beim Föhnen. Zuerst das Haar kopfüber vortrocknen – dann fällt es anschließend länger weich und locker. Sobald die Haare halbtrocken sind, Schaumfestiger oder Föhnlotion auf die Ansätze geben. Oberkopfhaar noch oben ziehen und weiter föhnen, bis die Haare trocken sind. Am besten funktioniert das mit einem Diffusor, einem speziellen Aufsatz für den Föhn. Einerseits verteilt er die heiße Luft gleichmäßiger, andererseits werden die Haare nicht wild durcheinandergewirbelt, da die einzelnen Haarsträhnen fixiert werden.

Stylingprodukte für Extra-Haarfülle.

Vorsicht vor Gel und Wachs beim Styling. Feines Haar wird dadurch zu schwer, hängt sich aus. Besser sind Volumenschaum und Föhnlotionen, die auf den Ansatz des halbtrockenen Haares gegeben werden. Die Kosmetikindustrie hat in den letzten Jahren viele Spezialprodukte für dünnes Haar entwickelt. Ansatz-Haarverdicker geben Stand und Fülle genau dort, wo sie den größten Effekt bringen. Wenn Sie Haarspray verwenden, bitte nicht die ganze feine Haarpracht damit einpüstern und beschweren. Lieber von unten einzelne Strähnen besprühen. Volumen-Tipp für zwischendurch: Spray auf Fingerspitzen sprühen und in die Haaransätze massieren. Spezielle Anti-Statik-Sprays wirken elektrostatischem Aufladen und fliegenden Haaren entgegen.

Schütthaar für schütteres Haar

Schon mal etwas von physikalischem Haarersatz gehört? Man nennt es auch Schütthaar, denn man schüttet sich winzige Haarfasern aus einer Streudose aufs Haupt und fixiert diese dann mit Haarspray. Kahle Stellen werden bedeckt, das Haar wirkt voller, und das Ganze sieht sogar ziemlich natürlich aus. Unglaublich: Die neue Haarpracht hält sich bis zur nächsten Haarwäsche.

Mit Bürste und Kamm Fülle erzeugen

Bürsten Sie Ihr feines Haar mindestens dreimal am Tag durch. Das regt die Durchblutung der Kopfhaut an und das Haar stellt sich am Ansatz wieder auf, sofern Sie über Kopf bürsten. Haben Sie es schon einmal mit einem Laserkamm versucht? Er soll die Durchblutung ankurbeln, das Wachstum neuer Haare fördern und sogar Haarausfall aufhalten. Verlegen Sie alle paar Wochen Ihren Scheitel um ein paar Millimeter, sonst legen sich die Haare am Scheitel gewohnheitsbedingt flach. Ab und zu können Sie Ihr Haar auch toupieren und mit Spray fixieren – das mögen die Haare zwar nicht besonders gern, für einen besonderen Anlass hat das aber einen tollen Effekt. Aber Achtung: Nur die Ansätze toupieren und nicht das Deckhaar, es sei denn Sie legen es auf einen Zuckerwatte-Look an.

Was der Friseur bei dünnem und feinem Haar tun kann

Der ideale Schnitt für feines Haar ist ein exakt geschnittener kinnlanger Bob oder ein fransiger Pagenkopf. Lassen Sie die Spitzen regelmäßig nachschneiden. Dann wirkt Ihr feines Haar sofort wieder voller. Eine so genannte Volumenwelle gibt dem Haar gezielt mehr Fülle. Sie führt anders als eine Dauerwelle nicht zu Locken, da das Wellmittel nur schwach konzentriert ist. Stattdessen wird die Haarstruktur leicht angeraut, was eine Volumenvergrößerung zur Folge hat. Den selben Effekt haben hellere Strähnen. Weil die Blondierung, die dafür zum Einsatz kommt, die Haare ebenfalls aufraut. Daneben gibt es die Möglichkeit, feine Haare mit Extensions aus Echthaar unauffällig zu verdichten.

Was haben wir also gelernt? Der richtige Schnitt und ein paar helle Strähnchen sind eine gute Grundlage, um jeden Tag mit mehr Volumen aufzuwachen. Wer dann noch Muße fürs Styling mit Föhn und Volumenschaum hat, wird mit Haaren in Hülle und Fülle belohnt.

14.11.2017| Uta König © womenshealth.de
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