Stoffwechsel verbessern 5 Stoffwechsel-Mythen im Check: Wahr oder falsch?

Mehr Wasser, weniger Alkohol: So boosten Sie Ihren Stoffwechsel
Wie schnell oder langsam Ihr Stoffwechsel arbeitet können Sie nicht beeinflussen, da es genetisch bedingt ist? Quatsch! © Josep-Suria / Shutterstock.com

Schluss mit Halbwahrheiten: Wir haben 5 Stoffwechsel-Tipps genau unter die Lupe genommen und verraten, was wirklich stimmt

Während die einen alleine beim Gedanken an ein Stück Schokolade zunehmen, futtern andere ohne jegliche Veränderung auf der Waage munter was sie wollen. Ob Ihr Körper Zusatzkalorien sofort verbrennt oder doch lieber für schlechte Zeiten speichert, variiert nun mal von Mensch zu Mensch und ist davon abhängig, wie Ihr Stoffwechsel (auch Metabolismus genannt) arbeitet.

Tipps und Tricks, um seinen Stoffwechsel zu verbessern und seine Fettverbrennung dadurch anzuheizen gibt es viele. Mehr Kaffee trinken, mehr Eiweiß essen, jede Mahlzeit mit scharfen Gewürzen pimpen und und und. Doch welche Fatburning-Hacks funktionieren wirklich und welche sind nichts weiter als Mythen, denen wir nicht länger Glauben schenken sollten?

Schluss mit Missverständnissen und Halbwahrheiten! Wir gehen den größten Stoffwechsel-Mythen auf den Grund und verraten Ihnen, wie Sie Ihren Stoffwechsel verbessern.

Mythos 1: Große Mahlzeiten verlangsamen den Stoffwechsel

Einen großen Teller Pasta oder eine ganze Pizza auf einmal verputzen Sie immer nur in Begleitung eines schlechten Gewissens? Immerhin sollen solche großen Portionen doch den Stoffwechsel sabotieren. Tun sie aber nicht.

"Dass mehrere kleinere Portionen über den ganzen Tag zu essen besser ist als drei Hauptmahlzeiten, ist ein Mythos", sagt Maggie Michalczyk, Ernährungswissenschaftlerin und Food Bloggerin. "Die Portionsgröße ändert rein gar nichts an der Art und Weise, wie Ihr Stoffwechsel arbeitet. Die Lebensmittel und ihre Auswirkungen auf Ihren Körper bleiben die gleichen – egal, wie groß oder klein die Mahlzeiten sind", fügt sie hinzu.

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Nachschlag, bitte! Die Portionsgröße ist nicht entscheidend für die Leistungsfähigkeit Ihres Stoffwechsels © George Rudy / Shutterstock.com

Das Ganze kann sich sogar negativ auswirken: "Die Hauptmahlzeiten in mehrere kleine Snacks aufzuspalten, kann Sie dazu verleiten, insgesamt mehr zu essen, da die augenscheinlich kleinen Portionen meist doch gar nicht so klein sind", so die Influencerin. Das summiert sich dann über den ganzen Tag und Sie übersteigen ganz unbemerkt Ihren eigentlichen Kalorienbedarf.

Übrigens: Zu viele zuckerhaltige Lebensmittel und fettiges Fast Food hemmen den Metabolimus und machen ihn träge. Sprich: Ein dickes Mc-Menü ist und bleibt ein Stoffwechsel-Killer.

Mythos 2: Mahlzeiten auszulassen bremst den Stoffwechsel

Bloß keine Mahlzeit auslassen – immerhin fährt sonst Ihr Stoffwechsel runter. Außerdem benötigt Ihr Körper doch ständig neue Energie. Oder? Jein. Wenn Sie mal eine der Hauptmahlzeiten verpennen, richten Sie damit noch keinen großen Schaden an, denn:

"Ihr Körper fängt erst nach einem längeren Zeitraum, in dem Sie konstant extrem wenig Kalorien zu sich nehmen, an, den Stoffwechsel langsam lahmzulegen“, erklärt Michalczyk.

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Wer ab und zu mal eine Mahlzeit ausfallen lässt, schadet seinem Stoffwechsel damit noch nicht © g-stockstudio / Shutterstock.com

Trotzdem sollten Sie "Dinner Cancelling" & Co. nicht zur Gewohnheit werden lassen. Auch am Morgen sollten Sie spätestens 2 Stunden nach dem Aufstehen etwas essen, um Ihren Stoffwechsel anzuregen. Sie verzichten sonst nicht nur auf wichtige Nährstoffe, sondern begünstigen damit auch Heißhungerattacken.

"Wenn Sie eine Mahlzeit bewusst ausfallen lassen, endet es meist darin, dass Sie bei der nächsten mehr Kalorien zu sich nehmen. Auf Dauer kann das dann zu einer Gewichtszunahme führen", erklärt die Ernährungsmedizinerin.

Mythos 3: Koffeinhaltige Getränke pushen den Stoffwechsel

Falsch ist die Behauptung nicht, denn ein oder zwei Tassen Kaffee oder auch grüner Tee heizen Ihren Stoffwechsel tatsächlich zusätzlich an. Sie sind trotzdem keine Wundermittel, um Ihr inneres Feuer auf Hochtouren zu bringen.

"Durch koffeinhaltige Getränke, wie Kaffee oder grünen Tee, wird Ihr Stoffwechsel angeregt, aber leider nur über einen kurzen Zeitraum. Sich regelmäßig und in großem Maße auf diese Stoffwechsel-Booster zu verlassen kann je nach Gesundheitszustand mehr Schaden anrichten", warnt Ernährungsberaterin Elizabeth Ann Shaw. Denn wer empfindlich auf zu viel Koffein reagiert, muss mit Schlafstörungen und innerer Unruhe rechnen.

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Kaffee macht wach und regt den Stoffwechsel, doch der Effekt hält nicht lange an © Shutterstock / gpointstudio

Viel wichtiger ist genug zu trinken – am besten Wasser: Durch Dehydrierung kann sich Ihr Stoffwechsel nämlich durchaus verlangsamen. „Versuchen Sie Ihren Wasserkonsum zu erhöhen, um so Flüssigkeitsmangel vorzubeugen und Ihren Stoffwechsel so zu unterstützen“, empfiehlt Shaw.

Mythos 4: An Ihrem Stoffwechsel können Sie nichts ändern

Wie schnell (oder langsam) Ihr Stoffwechsel arbeitet, ist allein genetisch bedingt – daran kann man nichts ändern? Quatsch! Die Gene spielen zwar eine wichtige Rolle und bestimmen zu rund 60 bis 80 Prozent Ihr Körpergewicht. Aber die restlichen 20 bis 40 Prozent genügen durchaus, um Ihren Körper so zu gestalten, wie Sie ihn haben wollen.

"Während es nachgewiesen ist, dass Ihre Stoffwechselrate von Alter, Geschlecht und Genen beeinflusst wird, gibt es durchaus Wege Ihren Stoffwechsel zu verbessern", sagt Shaw. Stichwort(e): Die richtige Ernährung und Sport. "Krafttraining ist ideal, um mehr Muskeln aufzubauen und so Ihren Grundumsatz zu erhöhen. Muskeln verbrennen nämlich mehr Fett", betont die Expertin.

Mythos 5: Scharfes Essen regt den Stoffwechsel an

Scharfe Gewürze, wie Chilis, sorgen beim Essen für den Extra-Kick. Aber nur, wenn es um den Geschmack geht. Für Ihren Stoffwechsel gilt das leider nur bedingt: Es gibt zwar Studien, die beweisen, dass scharfes Essen den Stoffwechsel verbessert, der Effekt ist aber verschwindend gering. In jede Mahlzeit noch ein paar Chilis zu mischen, zahlt sich da leider nicht aus.

Ein scharfes Chili heizt Ihrem Körper ordentlich ein – doch der Effekt auf den Stoffwechsel ist sehr gering © its_al_dente / Shutterstock.com

"Der sekundäre Pflanzenstoff Capsaicin, der für die Schärfe in Chilischoten verantwortlich ist, regt Ihren Stoffwechsel nach dem Verzehr für ein paar Stunden an", erklärt Ernährungsberater und Wall Street Journal Kochbuchautor Toby Amidor. Trotzdem sollten Sie nicht darauf vertrauen, dass die Kilos nur durch ein paar Chilis in Ihrem Essen purzeln.

Die Auswirkung auf Ihren Stoffwechsel hält leider nur für einen kurzen Zeitraum an und ist außerdem zu gering, um solche Effekte zu erzielen. Zum Würzen eignen sich Chilis trotzdem gut. Das sollte nur nicht zur Ausrede werden, um das Training am nächsten Tag ausfallen zu lassen.

Fazit: So verbessern Sie Ihren Stoffwechsel

Glauben Sie in Zukunft nicht alles, was Sie über angebliche Fatburner oder Stoffwechsel-Booster (oder -hemmer) lesen. Und das „eine“ Wundermittel gibt es schon gar nicht – jedenfalls nicht in Form von Pillen oder Pulvern. Was Ihren Stoffwechsel wirklich verbessert, sind regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung, mit wenig Zucker, Alkohol und Fast Food.

18.01.2019| © womenshealth.de
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