Cable Crunches: Darum ist die Bauchübung gerade überall auf TikTok

Bauchmuskeltraining am Kabelzug
Cable Crunches: Darum ist die Bauchübung gerade überall auf TikTok

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.08.2026
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Eine trainierte junge Frau in Sportkleidung am Kabelzug
Foto: RealPeopleGroup / GettyImages

TikTok hat mal wieder eine neue -Lieblings-Fitnessübung: Cable Crunches. Zahlreiche Creatorinnen und Creator feiern die Bauchmuskelübung am Kabelzug, weil sie angeblich effektiver sein soll als unzählige klassische Core-Übungen. Aber stimmt das wirklich – und reichen Cable Crunches aus, wenn du dir einen starken, definierten Bauch wünschst?

Was sind Cable Crunches?

Cable Crunches sind genau das, wonach sie klingen: Man nutzt eine Kabelzugmaschine, greift ein Seil am höchsten Punkt des Flaschenzugs und zieht sich in einer Crunch-Bewegung Richtung Hüfte zusammen. Patricia Greaves, CPT, Personal Trainerin aus Long Island, New York, und Mitglied der WH-Initiative "Strength in Diversity" erklärt hier die Vorteile. Sie isolieren die Bauchmuskeln und helfen dabei, den Musculus rectus abdominis aufzubauen – also den Muskel, der für das "Sixpack" verantwortlich ist.

Auch wenn es weiterhin wichtig ist, ein ausgewogenes Core-Training zu absolvieren (mehr dazu weiter unten), liegen die TikToker:innen also nicht ganz falsch: "Wenn du mehr Definition in deinen Bauchmuskeln möchtest, sind [Cable] Crunches gut", sagt sie, insbesondere wenn zusätzlich Gewicht verwendet wird.

Im Folgenden erklärt Greaves genau, wie man Cable Crunches korrekt ausführt, welche häufigen Fehler man beim Erlernen der Übung vermeiden sollte und wie man eine 360-Grad-Rumpfkraft aufbaut.

So machst du Cable Crunches

Anleitung: Starte mit etwa 2,5 bis 5 Kilogramm Widerstand und teste, wie sich die Übung anfühlt. Das Gewicht sollte so gewählt sein, dass 10 bis 15 Wiederholungen fordernd, aber technisch sauber möglich sind. Drei Sätze sollten sich anstrengend anfühlen, ohne dass du die Kontrolle verlierst.

So geht's:

  • Befestige das Seil am oberen Kabelzug: Stelle sicher, dass der Aufsatz sicher sitzt und du genügend Platz hast.
  • Knie dich mit dem Rücken zum Gerät hin: Ziehe das Seil nach unten und positioniere dich so, dass du dich frei nach vorn einrollen kannst.
  • Halte das Seil seitlich am Kopf: Deine Hände befinden sich ungefähr auf Höhe der Schläfen. Die Brust bleibt zunächst angehoben.
  • Spanne den Core an und rolle dich nach unten: Beuge den Oberkörper kontrolliert in Richtung Hüfte und Becken. Stell dir vor, dein Oberkörper bildet eine C-Kurve.
  • Halte die Spannung kurz am tiefsten Punkt: Pausiere 1 bis 2 Sekunden, bevor du dich langsam wieder aufrichtest.
  • Kehre kontrolliert zurück: Lass dich nicht vom Gewicht nach oben ziehen. Das ist eine Wiederholung.
  • Mache 10 bis 15 Wiederholungen: Plane 2 bis 3 Sätze ein, je nach Trainingslevel.

Tipp der Trainerin:Wenn du die Übung vor allem im Nacken, in den Armen oder im unteren Rücken spürst, stimmt die Technik wahrscheinlich noch nicht. Reduziere das Gewicht und konzentriere dich darauf, die Bewegung aus den Bauchmuskeln einzuleiten.

Die häufigsten 3 Fehler bei Cable Crunches

Cable Crunches sehen simpel aus, werden aber oft falsch ausgeführt. Viele trainieren mit zu viel Gewicht, zu hohem Tempo oder zu wenig Körperspannung. Dann übernimmt der Schwung die Arbeit und der Trainingsreiz landet nicht dort, wo du ihn haben willst: in den Bauchmuskeln.

1. Fehler: Zu schnell trainieren

"Tempo ist wesentlich. Ich sehe oft, dass Menschen durch die Übung hetzen – dann passiert nicht viel, weil alles nur über Schwung läuft", sagt Greaves.

So machst du es besser: Bewege dich langsam, halte die Position unten kurz und "lass dich nicht vom Gewicht ziehen". Nur so arbeitest du tatsächlich mit den Bauchmuskeln.

2. Fehler: Du spannst den Core nicht richtig an

"Spanne den Core an. Konzentriere dich darauf, dass die Bauchmuskeln die Bewegung auslösen, indem sie sich zusammenziehen und beugen – und nicht der Nacken oder die Arme", erklärt Greaves.

So machst du es besser: Stell dir vor, du willst Rippen und Becken aktiv näher zueinanderbringen. Deine Hände halten nur das Seil, sie ziehen nicht.

3. Fehler: Deine Hüfte bewegt sich mit

"Wenn sich deine Hüften ständig mitbewegen, ist das Gewicht wahrscheinlich zu schwer", sagt Greaves.

So machst du es besser: Wähle ein Gewicht, bei dem dein Becken möglichst stabil bleibt. Die Bewegung kommt aus dem Oberkörper, nicht aus einem Vor- und Zurückschieben der Hüfte.

Weitere Tipps für den Aufbau einer starken Körpermitte

Cable Crunches eignen sich hervorragend für Muskelhypertrophie, bringen jedoch abgesehen von der Optik nur wenige zusätzliche Vorteile, weil sie hauptsächlich die lokalen Bauchmuskeln trainieren und nicht den gesamten Core. Zur Körpermitte gehören nämlich auch der untere Rücken, die schrägen Bauchmuskeln und das Becken.

"Du kannst starke Bauchmuskeln haben, aber einen schwachen unteren Rücken – und das wird deine Haltung beeinträchtigen", sagt sie. "Außerdem kann das dazu führen, dass du dich bei einer schweren Kniebeuge verletzt, weil du deinen Rücken nicht ausreichend stärkst."

Welche Übungen ergänzen Cable Crunches sinnvoll?

Wenn du wirklich rundum stärker werden willst, solltest du Cable Crunches nicht als einzige Core-Übung nutzen. Sie können ein guter Zusatz sein, aber dein Trainingsplan sollte auch Stabilität, Rotation und Anti-Rotation abdecken. Genau das hilft dir nicht nur optisch, sondern auch bei Krafttraining, Laufen und Alltagsbewegungen.

Greaves empfiehlt für mehr 360-Grad-Core-Stärke zusätzlich:

Cable Crunches sind also eher ein Baustein als die ganze Lösung. Wenn du sie mit stabilisierenden Übungen kombinierst, trainierst du deinen Core funktioneller und ausgewogener.

FAQ: Cable Crunches

Fazit