Mit dieser Übung trainierst nicht nur die geraden und schrägen Bauchmuskeln, sondern auch den unteren Rücken, die tiefen Stabilisationsmuskeln und sogar die Gesäßmuskulatur.
Summary
- Schwierigkeitsgrad: Anfänger bis Profis
- MET-Wert: 3–3,5
- Hauptregion: Rumpf
- Equipment/Hilfsmittel: ohne
Was ist Bird Dog und warum ist die Übung so effektiv?
Der Bird Dog ist eine funktionelle Ganzkörperübung, die ihren Ursprung im Core-Training und in der Physiotherapie hat. Sie sieht auf den ersten Blick unscheinbar aus, hat aber eine enorme Wirkung. Bird Dog verbessert die Haltung, indem sie schwache Rumpfmuskeln stärkt und dadurch die Wirbelsäule entlastet. Die Übung reduziert das Risiko von Rückenschmerzen – perfekt, wenn du viel sitzt oder eine einseitige Belastung hast. Mit diesem Training sorgst du außerdem für mehr Balance und Körperkontrolle, was auch in anderen Workouts und im Alltag spürbar wird.
Diese Muskeln werden beansprucht

Beanspruchte Muskeln beim Bird Dog.
Der Bird Dog ist eine der effektivsten Übungen für die sogenannte "funktionelle Kette" Hier arbeitet nicht nur ein isolierter Muskel, sondern ein ganzes System:
- Tiefe Core-Muskulatur (Transversus abdominis): Dieser Muskel wirkt wie dein natürliches Korsett. Er stabilisiert die Wirbelsäule von innen und sorgt für eine schmale, feste Mitte.
- Rückenstrecker und Multifidi: Neben dem großen Rückenstrecker werden hier vor allem die Multifidi aktiviert – winzige Muskeln direkt an den Wirbeln, die entscheidend für die Rückengesundheit sind.
- Gesäßmuskulatur (Gluteus maximus und medius): Der große Po-Muskel streckt das Bein, während der mittlere Po-Muskel verhindert, dass deine Hüfte zur Seite wegkippt.
- Schultergürtel und Sägemuskel (Serratus anterior): Der Stützarm muss Schwerstarbeit leisten. Das trainiert die Stabilität deines Schulterblatts und verbessert die Haltung im Oberkörper.
- Hintere Oberschenkelmuskulatur (Ischiocrurale Muskulatur): Sie unterstützt die Streckung des Beins und hält es stabil in der Waagerechten.
MET-Wert und Kalorienverbrauch
Die Bird-Dog-Übung hat einen MET-Wert von ca. 3–3,5. Das klingt erstmal nicht spektakulär, aber der Fokus liegt auf Haltung, Stabilität und Tiefenmuskeln, nicht auf maximalem Kalorienverbrauch. Du kannst im Schnitt mit 30–35 kcal pro 10 Minuten rechnen, je nachdem, wie langsam und kontrolliert du trainierst.
Funktionale Alltagsvorteile
Diese Übung trainiert nicht nur für die Optik, sondern macht dich im Alltag wirklich belastbarer. Ein stabiler Core ist die Basis für fast jede Bewegung, vom Heben deiner Einkaufstaschen bis zum langen Sitzen am Schreibtisch. Der Bird Dog hilft dir, Rückenschmerzen vorzubeugen, indem er die Tiefenmuskulatur stärkt, die deine Wirbelsäule schützt.
- Rückenfreundlich: Weniger Risiko für Verspannungen oder Schmerzen bei einseitigen Belastungen.
- Mehr Stabilität: Egal ob beim Yoga, Laufen oder im Büroalltag, ein starker Core macht alles leichter.
- Koordinationstraining: Du schulst die Verbindung zwischen Gehirn und Muskulatur, was Bewegungen effizienter macht.
Nachteile des Bird Dog
Der Bird Dog wirkt harmlos, wird aber häufig mit instabiler Hüfte oder durchhängendem Rücken ausgeführt. Frauen kompensieren dabei oft mit der Lendenwirbelsäule statt mit dem Core, was die Übung ineffektiv macht. Überstreckte Arme oder Beine erhöhen zusätzlich die Belastung auf unteren Rücken und Schultern.
Bird-Dog-Anleitung: Die richtige Ausführung
Obwohl der Bird Dog einfach aussieht, ist die Technik entscheidend, um die tiefen Muskeln im Core optimal zu aktivieren. Eine saubere Ausführung sorgt dafür, dass du Stabilität, Balance und Kraft aufbaust, ohne unnötigen Druck auf die Wirbelsäule auszuüben.
Wichtig zu beachten
- Ausgangsposition: Hände positionierst du genau unter den Schultern, Knie unter den Hüften. Die Wirbelsäule bleibt neutral, kein Hohlkreuz, kein Rundrücken. Halte den Nacken lang und neutral in Verlängerung der Wirbelsäule. Dein Blick ist fest auf einen Punkt auf der Matte genau zwischen deinen Händen gerichtet. Vermeide es, den Kopf in den Nacken zu nehmen oder das Kinn zur Brust zu ziehen.
- Aktiviere deinen Core: Spanne deine Bauchmuskeln bewusst an, indem du den Bauchnabel sanft zur Wirbelsäule ziehst. Stell dir vor, du willst deinen Rumpf wie ein festes Korsett stabilisieren. Das verhindert, dass der Rücken durchhängt.
- Die Streckbewegung: Flexe den Fuß des gestreckten Beins (Zehen Richtung Schienbein), um die Spannung im Gesäß zu maximieren und das Becken stabil zu halten. Wichtig: Arm, Rücken und Bein bilden eine gerade Linie.
- Haltephase: Halte die Position für 2–3 Sekunden, ohne den Oberkörper zu verdrehen. Spüre die Spannung im Rumpf, im Gesäß und im Schulterbereich.
- Kontrollierte Rückkehr: Führe Arm und Bein langsam zurück, ohne Schwung. Kurz im Vierfüßlerstand stabilisieren und dann die andere Seite ausführen (linker Arm, rechtes Bein).
- Atmung nicht vergessen: Atme aus, wenn du Arm und Bein streckst, und ein, wenn du zurückkehrst. Die bewusste Atmung unterstützt die Core-Stabilität und macht die Bewegung fließender.
Dos und Don'ts
Die häufigsten Fehler und deren Lösung
Obwohl der Bird Dog einfach aussieht, machen viele kleine Fehler, die die Effektivität schmälern.
Checkliste für Anfänger
Bevor du startest, finde deine Mitte: Atme tief ein und richte dich im Vierfüßlerstand aus, Hände unter Schultern, Knie unter Hüfte, Rücken neutral. Spanne sanft den Core an, damit dein Rumpf stabil bleibt. Strecke Arm und Gegenbein langsam, bis sie eine Linie mit deinem Rücken bilden – ohne Drehung, ohne Hohlkreuz. Halte kurz, spüre die Spannung und kehre kontrolliert zurück. Atme aus beim Strecken, ein beim Zurückkommen. Qualität geht vor Tempo.
Bird-Dog-Varianten
Damit die Übung spannend bleibt, kannst du sie an dein Trainingslevel anpassen:
- Bird Dog mit längerem Halten: Halte die Endposition für 5–10 Sekunden, um die Haltemuskulatur stärker zu fordern.
- Dynamischer Bird Dog: Führe Arm und Bein nicht nur vor und zurück, sondern zieh Ellenbogen und Knie unter dem Körper zusammen und strecke sie wieder, ideal für Fortgeschrittene.
- Mit Mini-Band: Lege ein Miniband um Hände oder Füße für zusätzlichen Widerstand.
Progressionsweg mit Tipps
Der Bird Dog eignet sich für jedes Fitnesslevel. Wichtig ist, dass du nicht sofort zur schwierigsten Variante springst, sondern die Core-Stabilität behutsam aufbaust. Mit diesem dreistufigen Plan entwickelst du Kraft, Kontrolle und Balance, ohne die Technik zu vernachlässigen.
Level 1 – Anfänger:
Starte auf allen Vieren und hebe zunächst nur ein Bein oder einen Arm an, nicht beides gleichzeitig. Halte dabei die Hüfte stabil und den Rücken neutral. Ziel: 3 Sätze à 10 Wiederholungen pro Seite. Erst wenn du das sauber beherrschst, gehst du weiter.
Level 2 – Fortgeschritten:
Jetzt kommt die klassische Bird-Dog-Variante: Strecke einen Arm und das gegenüberliegende Bein gleichzeitig aus, halte die Position für 2–3 Sekunden und führe beide Gliedmaßen langsam zurück. Wenn du mehr Core-Spannung willst, zieh Ellenbogen und Knie unter dem Körper zusammen, bevor du wieder streckst.
Level 3 – Profi:
Steigere die Instabilität: Platziere Knie und Hände auf einer instabilen Unterlage wie einer Gymnastikmatte, einem Balance Pad oder arbeite mit Minibands, die du zwischen Hand und Fuß spannst. Für maximalen Effekt kannst du sogar einen Bird Dog im Plank ausführen, das bringt deine Core-Kontrolle auf ein neues Level.
FAQ: Alles, was du über Bird Dogs wissen musst
2- bis 3-mal pro Woche sind ideal, vor allem im Warm-up oder als Core-Übung im Hauptteil.
Für alle, egal ob Anfängerin oder Fortgeschrittene. Besonders empfehlenswert für Frauen, die Rückenproblemen vorbeugen und eine stabile Körpermitte aufbauen möchten.
Hauptsächlich die Core-Muskulatur (gerade und schräge Bauchmuskeln), den unteren Rücken, Gesäßmuskeln (Gluteus), die Schulterstabilisatoren und die hinteren Oberschenkel.
Ja, perfekt! Du brauchst keine Geräte, nur etwas Platz und eine Matte.
Indirekt ja, er verbrennt nicht extrem viele Kalorien, sorgt aber für eine starke Core-Basis, was dich bei intensiveren Workouts stabiler und leistungsfähiger macht.












