So effektiv ist Spazierengehen wirklich

Abnehmen durch Spazieren
So effektiv ist Spazierengehen wirklich

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 29.12.2025
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So effektiv ist Spazierengehen zum Abnehmen
Foto: Shutterstock.com / Mariia Boiko

Du willst abnehmen, aber Joggen ist nicht dein Ding? Kein Problem! Schon regelmäßiges Gehen kann deinen Stoffwechsel ankurbeln, Fett verbrennen und sogar Muskeln stärken. Studien zeigen: Selbst langsame Bewegung wirkt – wenn du sie clever in deinen Alltag integrierst.

Wir verraten, wie viele Schritte du wirklich brauchst, wann Spazierengehen zum echten Workout wird und wie du mit kleinen Tricks dauerhaft Gewicht verlierst.

Warum ist Spazierengehen so gesund?

Als Spaziergängerin beugst du laut der WHO Herzkreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herzinfarkt vor, aber auch Stoffwechselerkrankungen und Krebs. Durch die Bewegung lassen sich muskuläre Verspannungen reduzieren und du stärkst neben deinem Herz auch deine Knochen und Gelenke auf schonende Weise. Spazierend an der frischen Luft pusht du auch deine Abwehrkräfte. Gerade im Winter solltest du den Schritt vor die Tür regelmäßig wagen. Idealerweise gehst du raus, wenn es hell ist beziehungsweise die Sonne scheint – die Mittagspause ist der perfekte Zeitpunkt.

Sonne tanken gegen den Vitamin-D-Mangel

Gerade in der dunklen Jahreszeit leiden laut RKI viele Menschen in Deutschland unter einem Vitamin-D-Mangel. Im Winter schaffen es die wenigsten, sich für die empfohlenen mindestens 20 Minuten pro Tag in der Sonne aufzuhalten. Deswegen können Vitamin-D-Präparate als Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein – aber bitte nur nach ärztlicher Rücksprache, da ein Überschuss an Vitamin D schädlich ist. Tanke deine Vitamin-D-Reserven besser beim Spaziergang auf und verzichte nach Möglichkeit auf Mütze, Schal und Handschuhe, damit deine Haut möglichst viel Sonne tanken kann.

Welche Muskeln beim Gehen aktiv sind

Beim Spazierengehen arbeiten mehr Muskelgruppen, als du vermutlich denkst:

  • Beine und Gesäß: Jede Bewegung kräftigt Oberschenkel, Waden und Po.
  • Rumpf und Hüfte: Stabilisieren Becken und Wirbelsäule – super wichtig, wenn du viel sitzt.
  • Arme und Schultern: Durch aktives Mitschwingen wird dein Gang dynamischer, der Kalorienverbrauch steigt.

TippWähle leicht hügeliges Gelände oder unebene Wege, um noch mehr Muskelreize zu setzen. Im Sommer ideal: Barfuß am Strand – top für Fußmuskeln und Gleichgewicht.

Wie viele Kalorien du beim Gehen verbrennst

Der Kalorienverbrauch hängt von Tempo, Gewicht und Strecke ab. Hier ein Überblick:

Tipp: Wer täglich 30–60 Minuten zügig geht, kann auf die Woche gerechnet bis zu 1.500 Kalorien verbrennen – das entspricht etwa 200 g Körperfett.

Wenn du deine tägliche oder wöchentliche Kalorienbilanz genau ermitteln möchtest, was für die Abnehmziele durchaus sinnvoll ist, hilft eine Sportuhr, beispielsweise von Polar. Wer es am Handgelenk lieber dezenter mag, ist mit einem schmalen Fitnessarmband, zum Beispiel von Fitbit, gut beraten. Wie eine australische Studie zeigt, können Wearables Menschen signifikant zu mehr Bewegung im Alltag motivieren.

Spare weitere Kalorien, einfach durch eine gesunde Ernährung. Wenn du nicht weißt wie, dann bist du hier genau richtig. Starte jetzt mit deinem individuellen Ernährungscoaching!

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Mit Spazierengehen abnehmen – so funktioniert’s

Das Prinzip ist simpel: Du nimmst ab, wenn du mehr Kalorien verbrennst, als du zu dir nimmst. Regelmäßige Spaziergänge helfen dir, ein moderates Defizit aufzubauen – ganz ohne Diät.

Ein Beispiel:

  • 1 Stunde Spazierengehen = ca. 250 kcal
  • 5 Spaziergänge pro Woche = 1.250 kcal
  • Nach 7 Wochen = etwa 1 kg Fett weniger

Kombinierst du das mit einer ausgewogenen Ernährung und einem kleinen Kaloriendefizit von ca. 200 kcal täglich, verdoppelt sich der Effekt.

Müssen es wirklich 10.000 Schritte sein?

Nein, die berühmten 10.000 Schritte pro Tag sind kein Muss. Diese Zahl stammt ursprünglich aus einer japanischen Werbekampagne der 1960er-Jahre – wissenschaftlich belegt ist sie nicht.

Studien zeigen, dass du bereits mit 4.000 Schritten von gesundheitlichen Vorteilen profitierst:

  • 4.000 bis 5.000 Schritte: verbessern Stoffwechsel und Stimmung
  • 7.000 bis 8.000 Schritte: senken Sterberisiko deutlich
  • 10.000 Schritte: sind top für Kondition, aber kein Muss

Fazit: Jeder Schritt zählt. Fang klein an und steigere dich – lieber regelmäßig 6.000 Schritte als einmal pro Woche 20.000.

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Shutterstock.com/PeopleImages.com - Yuri A

Als Richtwert kannst du dir merken, dass du für 1.000 Schritte circa 10 Minuten Zeit einplanen musst. Wie viel Spazierzeit ist demnach für dein Ziel realistisch? Lege dein eigenes Schritt-Pensum fest!

So machst du Gehen zum echten Workout

Wie sportlich dein Spaziergang ist, hängt von Tempo, Gelände und Körperspannung ab.

So steigerst du den Trainingseffekt:

  • Geh zügig – so, dass du noch sprechen, aber nicht singen kannst.
  • Integriere Mini-Intervalle: Geh zwei Laternen zügig, eine langsam.
  • Spanne Bauch und Po aktiv an – das stärkt deine Rumpfmuskulatur.
  • Schwing die Arme locker mit – erhöht Kalorienverbrauch um bis zu 15 Prozent.

Tipps zur optimalen Herzfrequenz beim Spazieren

Alternativ zum Tempo kannst du dich beim Walken auch nach deiner Herzfrequenz richten. Dafür brauchst du einen Brustgurt oder einen Fitnesstracker und du solltest deine maximale Herzfrequenz kennen. Als groben Richtwert hilft die Formel 220 minus Lebensalter. Walke idealerweise im Bereich 60 bis 70 Prozent deiner maximalen Herzfrequenz. Bist du beispielsweise 40 Jahre alt, solltest du beim flotten Spaziergang einen Puls von 108 bis 126 Schlägen pro Minute anstreben, um deine Fettverbrennung anzukurbeln, deine Muskeln und deine Ausdauer zu stärken. Walking-Einsteigerinnen trainieren zunächst 2-mal pro Woche und können die Trainingsfrequenz und -länge monatlich um etwa 20 Prozent steigern.

Wie häufig sollte ich spazieren gehen?

Gemütliche Spaziergänge solltest du dir täglich vornehmen. Der Faktor Regelmäßigkeit ist bei moderater Bewegung entscheidend. Deswegen solltest du mindestens fünfmal pro Woche für eine halbe Stunde zu Fuß gehen. Alternativ kannst du auch drei längere Spaziergänge von einer Stunde einplanen. Mehr geht natürlich immer, sofern du dich fit fühlst. Für einen aktiven Stoffwechsel sind kürzere tägliche Aktivitäten übrigens besser als wenige längere pro Woche.

Wenn du länger inaktiv warst oder nach einer Verletzung startest, reichen zunächst 20-minütige Runden. Du kannst dich dann Schritt für Schritt steigern, indem du länger oder öfter unterwegs bist oder auch mal schneller gehst.

Menschen, die sich im Alltag regelmäßig bewegen, leben länger: In ihren aktuellen Richtlinien für körperliche Aktivität empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Erwachsenen, mindestens 150 bis 300 Minuten pro Woche aktiv zu werden. Flottes Gehen zählt hier auch schon. Bei höheren Trainingsintensitäten hingegen genügen laut WHO 75 bis 150 Minuten Sport pro Woche. Zusätzlich solltest du laut den Gesundheitsexperten zweimal pro Woche gezieltes Krafttraining ausüben, um alle großen Muskelgruppen zu trainieren.

Spaziergänge stärken auch deine Psyche

Gehen ist Bewegungstherapie für die Seele: Studien zeigen, dass regelmäßige Spaziergänge depressive Verstimmungen lindern, Stresshormone senken und die Konzentration steigern können. Besonders effektiv: Spazieren in der Natur.

Bonus: Draußen tankst du automatisch Vitamin D – perfekt gegen Wintertief und Müdigkeit.

6 Motivations-Tipps für deine Schritte-Challenge

Was kannst du noch konkret tun, um aus deinem Spaziergang einen Abnehm-Walk zu machen? Hier sind einige Ideen:

  • Mach’s unterhaltsam: Musik, Podcast oder Hörbuch auf die Ohren.
  • Challenge dich: Starte mit Freundinnen eine 4-Wochen-Schritt-Challenge.
  • Entdecke Neues: Geh neue Routen oder andere Stadtviertel.
  • Social Walk: Verabrede dich zum Spaziergang statt zum Kaffee.
  • Mindful Walk: Geh mal ohne Ablenkung und beobachte deinen Atem.
  • Belohn dich: Nach 30 Minuten Gehen eine Folge deiner Lieblingsserie – aber erst danach!

FAQ: Häufige Fragen zur Schritte-Challenge

Fazit