Leinsamen 8 Gründe, öfter Leinsamen übers Müsli zu streuen

Leinsamen machen jedes Müsli zum Power-Frühstück. © Foxys Forest / Shutterstock.com

Mit einem Müsli am Morgen starten Sie perfekt in den Tag. Noch gesünder wird’s, wenn Sie das Ganze mit einem Löffel Leinsamen toppen

Leinsamen haben ein etwas angestaubtes Image als Reformhaus-Food – völlig zu Unrecht! Denn die braunen Samen gibt es mittlerweile in jeder Drogerie und im Supermarkt zu kaufen. Sie werden zudem in immer mehr Produkten, wie Brot, verarbeitet, denn Sie machen nicht nur lange satt, sondern sind auch irre gesund.

Zusammen mit der Diplom-Ernährungswissenschaftlerin und Food-Journalistin Inga Pfannebecker haben wir die unscheinbaren kleinen Samen mal ganz genau unter die Lupe genommen. Hier kommen 8 Gründe, warum Sie in Zukunft viel öfter Leinsamen essen sollten:

1. Leinsamen machen schlank

Sie wollen ein paar Kilos abnehmen? Der regelmäßige Verzehr von Leinsamen kann Sie hierbei unterstützen. Denn durch den hohen Ballaststoffgehalt halten Leinsamen lange satt und beugen Heißhungerattacken vor. Auch der hohe Anteil an Omega-3-Fetten – 16,7 Gramm pro 100 Gramm – trägt zu einer guten Figur bei, denn die ungesättigten Fettsäuren helfen beim Muskelaufbau.

Grundvoraussetzung hierfür sind jedoch eine ausgewogene Ernährung und ein aktiver Lebensstil.

2. Leinsamen bringen die Verdauung auf Trab

Leinsamen unterstützen die Verdauung und verschaffen schnelle Abhilfe bei Verstopfungen. "Leinsamen enthalten in ihren Samenschalen Schleimstoffe, die im Darm Wasser binden und dabei aufquellen. So vergrößert sich das Volumen des Darminhalts, was die Verdauung anregt", erklärt die Ernährungs-Expertin.

Leinsamen unterstützen die Verdauung und machen schlank. © Y Photo / Shutterstock.com

Der Autor Hans-Ulrich Grimm erklärt zusätzlich in dem Buch Leinöl macht glücklich (Knaur Verlag, 18 Euro über amazon.de), dass das Öl aus der Leinsaat eine Art Schmiereffekt ausübt und so den Weitertransport des Darminhalts beschleunigt.

Tipp: Damit die kleinen Helferlein so stark wie möglich aufquellen und somit den größtmöglichen Effekt auf die Verdauung haben, verwenden Sie am besten geschrotete Leinsamen. Die gibt es in den meisten Supermärkten oder online. Wichtig: Viel trinken, sonst können die Samen selbst eine Verstopfung fördern.

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Alternativ schroten Sie die Leinsamen mit einer Kaffeemühle einfach selbst, dann bleiben die wertvollen Fettsäuren enthalten. Am besten geht das mit einer leistungsfähigen elektrischen Kaffeemühle (KYG, 24 Euro über amazon.de).

3. Leinsamen stärken das Immunsystem

Ihr Immunsystem hängt von vielen Faktoren ab. Hierbei spielt unter anderem die Gesundheit Ihres Darms eine nicht zu unterschätzende Rolle, auf die Leinsamen eine positive Auswirkung haben. Durch die Ballaststoffe und das Quellvermögen der Leinsamen wird Ihr Darm optimal versorgt und kann besser arbeiten.

Leinsamen lassen Cellulite keine Chance
Leinsamen stärken unser Immunsystem auf natürliche Art. © PageSeven / Shutterstock.com

"Außerdem wirken die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien Entzündungen im Körper entgegen und verbessern so das Immunsystem", erklärt Inga Pfannebecker.

4. Leinsamen stärken das Gehirn

Ihr Gehirn besteht zu einem großen Teil aus Fett, wovon ein Teil Omega-3-Fettsäuren sind. Daher verwundert es nicht, dass ein gesundes Gehirn reichlich davon benötigt. Nehmen Sie zu wenig gesunde Fette zu sich, leidet die Gehirnleistung darunter, denn die Zellmembranen werden erst durch Omega-3-Fettsäuren flexibel und durchlässig.

Mit Ihrer täglichen Portion Leinsamen stärken Sie somit Ihr Gehirn und sorgen für volle Brain-Power.

5. Leinsamen machen glücklich

Es lassen sich keine Depressionen mit Leinsamen behandeln, das ist klar. Allerdings konnten schon mehrere Studien zeigen, dass sich der Verzehr von Leinsamen positiv auf die Stimmung auswirkt. Denn die Omega-3-Fette sind unter anderem daran beteiligt, dass Kommunikationsprozesse im Gehirn reibungslos funktionieren. Mit einem Müsli mit Leinsamen starten Sie also genau richtig in den Tag.

6. Leinsamen lassen das Haar glänzen

Glänzendes Haar entsteht nicht nur durch das richtige Shampoo und Conditioner. ”Pflegen Sie Ihr Haar von innen, denn sicher ist: Durch ihr hochwertiges Fett und die enthaltenen Vitamine und Mineralien tragen die kleinen Samen zu gesunden, glänzenden Haaren bei", erklärt die Ernährungswissenschaftlerin.

Leinsamen machen nicht nur glücklich, sie sorgen auch für volles, glänzendes Haar. © Dean Drobot / Shutterstock.com

"Zudem können Leinsamen durch ihre hormonähnliche Wirkung hormonell bedingtem Haarausfall eindämmen.”

7. Leinsamen reduzieren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Fast-Food und andere Lebensmittel, die nur so vor gesättigten Fetten strotzen, erhöhen das Risiko deutlich. Der Verzehr von Leinsamen hingegen schützt das Herz. Denn im Gegensatz zu Butter und vielen Fleischsorten enthalten Leinsamen die guten Omega-3-Fettsäuren. Die haben die Eigenschaft, die Blutfette und den Blutdruck zu senken.

"Verantwortlich sind hierfür vor allem die sogenannten Lignane, eine besondere Art der Ballaststoffe, die die Blutfettwerte senken können", erklärt unsere Expertin. "Die Lignane binden das Cholesterin an sich, das dann ausgeschieden wird. So wird nicht nur der Gesamt-Cholesterin-Wert verringert, sondern vor allem auch das 'böse' LDL-Cholesterin gesenkt, das unsere Gefäße schädigen und zu Arteriosklerose führen kann."

Gesunde Fette machen nicht fett, sondern schlank
Neben Avocados, Lachs und Pflanzenölen, sind Leinsamen eine der Top-Omega-3-Quellen. © Kerdkanno / Shutterstock.com

Zur Erklärung: Bei Arteriosklerose handelt es sich um eine Verkalkung der Blutgefäße. Durch die Verkalkung verengen sich die Gefäße, der Blutdruck steigt, und es besteht die Gefahr, dass es zu einem Verschluss eines Herzkranzgefäßes und somit zu einem Herzinfarkt kommt.

8. Leinsamen beugen Diabetes vor

Streuen Sie Leinsamen über Ihr Müsli, wird der Anstieg des Blutzuckers nach dem Essen gebremst. Denn Ballaststoffe verzögern die Verdauung und sorgen dafür, dass die Kohlenhydrate aus dem Essen langsamer ins Blut gelangen.

"Die gesunden Omega-3-Fette der Leinsaat tragen ebenfalls zu einem geringeren Ansteigen der Blutzuckerwerte nach einer Mahlzeit bei. Somit kann der regelmäßige Verzehr von Leinsamen der Entstehung von Diabetes Mellitus Typ 2 vorbeugen und sich bei einem bereits bestehenden Diabetes Typ 2 positiv auswirken", verrät Inga Pfannebecker.

Bester Ort für eine Portion Leinsamen: Ein leckeres Müsli. © Yuliya Gontar / Shutterstock.com

Wie viel Leinsamen sollte ich essen, um einen positiven Effekt zu erzielen?

Sie können pro Tag bis zu 2 Esslöffel Leinsamen zu sich nehmen. Da in den Leinsamenschalen – wie auch in Apfelkernen – Blausäure enthalten ist, sollten Sie es jedoch nicht übertreiben. Achten Sie zudem darauf genügend zu trinken, damit die Samen aufquellen und die Verdauung unterstützen können.


Achtung: "Menschen mit Darmproblemen sollten lieber auf Leinsamen verzichten. Auch Kinder unter 12 Jahren und Schwangere sollten Leinsamen nur in geringen Mengen, zum Beispiel in einer Müslimischung oder einem Brot, verzehren und nicht löffelweise einnehmen", rät unsere Expertin.

Sie können die Leinsamen geschrotet oder als Ganzes in Ihre Ernährung einbauen oder das wertvolle Öl für kalte Speisen nutzen. Leinöl enthält zwar keine Ballaststoffe, dafür aber auch keine Blausäure. Zudem enthält Leinöl unter allen Lebensmitteln den höchsten Gehalt an Omega-3-Fetten: unglaubliche 53 Gramm pro 100 Gramm.

Leinsamen haben es richtig drauf: Sie unterstützen nicht nur eine gesunde Verdauung und das Abnehmen, sie schützen zudem Ihre wichtigsten Organe und machen einfach glücklich. Probieren Sie es aus und streuen Sie die Alleskönner öfter mal über Ihr Müsli!

20.02.2019| Jana Schaarschmidt © womenshealth.de
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