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Yoga-Arten: Welcher Yoga-Stil passt zu mir?

Yoga-Arten Welcher Yoga-Stil passt zu mir?

Bikram, Iyengar oder Kundalini – es gibt fast mehr Yoga-Stile als Teesorten. Aber welcher passt zu dir? Mit diesem Guide bekommst du den Durchblick im Dschungel und findest den richtigen Kurs für dich

Pushst du deinen Körper gerne an seine Grenzen? Oder suchst du eine easy, relaxte Übungsabfolge als Ausgleich zum stressigen Job? Oder möchtest du lieber mit Meditation zu dir selbst finden? Was auch immer deine Motivation ist, mit Yoga anzufangen – deine individuellen Bedürfnisse und dein Wohlempfinden stehen im Vordergrund.

Denn für jeden Typ und jede Laune gibt es eine Yoga-Art, die sich genau richtig anfühlt. Manchmal braucht es ein bisschen Zeit, bis du herausgefunden hast, was du magst und was dir in bestimmten Momenten guttut. Aber für die positiven Effekte, die Yoga mit sich bringt, lohnt es sich auf jeden Fall, dranzubleiben.

Bevor wir nun mit Yoga einsteigen, solltest du noch wissen: Besonders Anfängerinnen kann es passieren, dass sie schnell von den unzähligen Varianten überfordert sind. Damit dir das nicht passiert, haben wir für dich die gängigsten Yoga-Stile kurz zusammengefasst. Und vorab ein Tipp an alle, die sich in nur 8 Wochen sportlich-schlank trainieren möchten: Hier geht's zu unserem Bodyweight-Plan für zu Hause.

Wie finde ich das richtige Yoga-Angebot?

Im Yoga-Dschungel den Durchblick zu behalten ist das eine. Eine viel größere Herausforderung ist es, eine Yoga-Form zu finden, die zu dir passt. Klassischerweise besteht die Yoga Praxis aus Asanas (Körperhaltungen), Atmung (Pranayama) und Meditation. Ziel ist es, Körper und Geist in Einklang zu bringen und sich am Ende der Stunde in Shavasana (Ruhehaltung) vollständig zu entspannen. Jede Yoga-Richtung bietet dir einen etwas anderen Weg dorthin. Alle wichtigen Facts rund um Yoga erläutern wir hier.

Was für dich das Beste ist? Das ist ganz individuell und hängt von deinen Bedürfnissen ab. Frag dich erst einmal, was du mit Yoga erreichen möchtest und hör darauf, was dir guttut. Zum Stresskiller wird Yoga jedoch nur, wenn auch das Drumherum stimmt. Eine angenehme Atmosphäre macht es viel leichter, sich richtig fallen zu lassen.

Viele Studios bieten aktuell online Live-Kurse an, bei denen du einfach von zu Hause aus mitmachen kannst. Bei manchen gibt es auch spezielle Kurse für Einsteigerinnen. Informiere dich am besten über die Website deines Wunschstudios. Wie du das das richtige Yoga-Outffit findest, kannst du hier nachlesen. Und nun erfährst du, was dich in der Yoga-Stunde erwartet und wie du die Yoga-Art findest, die zu dir passt.

Hatha Yoga: Ideal für Anfängerinnen

Im Grunde ist Hatha Yoga das Fundament aller Yoga-Arten. Der Begriff entstammt der Hatha Yoga Pradipika. Das ist eine bedeutende Yogaschrift aus dem 14. Jahrhundert, die verwendet wurde, um zwischen den spirituellen Praktiken (Raja Yoga) und der physischen Praxis (Hatha Yoga) zu unterscheiden. Durch Asanas (Körperhaltungen), Atemübungen (Pranayama) und Meditation sollen Körper und Geist in Einklang gebracht werden.

Dieses Ziel verfolgen alle Yoga-Richtungen. Immerhin strebt die gesamte Yoga Philosophie genau nach dieser Erleuchtung. Übersetzt bedeutet Hatha "Gewalt" oder "Kraft". Das soll die Anstrengung symbolisieren, die du benötigst, um Harmonie zwischen Körper und Geist herzustellen. Es kann jedoch auch als Sonne (Ha) und Mond (Tha) übersetzt werden. Damit steht es symbolisch für das Zusammenführen der Gegensätze, das notwendig ist, um eine Einheit zu schaffen.

Ausgeschriebene Hatha Yoga-Stunden sind meist einfach aufgebaut und für alle geeignet – egal, ob Anfängerin oder Fortgeschrittene. Die Asanas werden lang gehalten und mit der Atmung kombiniert. So bleibt genug Zeit, um die Haltungen korrekt auszuführen und sich in die Positionen hineinzufühlen. So hast du die Möglichkeit, die Körperhaltungen von Grund auf richtig zu lernen und dich Stück für Stück weiterzuentwickeln.

Geeignet für: alle, besonders auch Einsteigerinnen

Unser Tipp: Hier lernst du wirklich alle Basics Schritt für Schritt und bekommst alle Säulen des Yoga vermittelt. Einziges Tool, das du brauchst: Eine Yogamatte, wie diese von Yadeyoga (39,95 €).

Bevor Sie nach einem aufwühlenden Tag die Yogamatte ausrollen und losturnen – kommen Sie erst einmal zur Ruhe
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Beim Vinyasa Yoga führst du die Übungen im Flow aus

Vinyasa Yoga: Atmung und Körper in Einklang bringen

Vinyasa bezeichnet eine Yoga-Richtung, in der die Asanas fließend und in Verbindung mit der Atmung ausgeführt werden. So kommst du in einen Fluss, der den Körper harmonisieren soll.

Das setzt jedoch voraus, dass du durch die dynamischen Bewegungen und den schnellen Wechsel zwischen den Positionen nicht überfordert bist. Sonst ist es aus mit der Harmonie. Deshalb ist es wichtig, auf verschiedene Schwierigkeitsstufen zu achten. Hier haben wir den anmutigen, vom Vinyasa Yoga abgeleiteten Inside Flow für dich getestet.

Geeignet für: alle, die dynamische Bewegungen lieben

Unser Tipp: Achte auf verschiedene Schwierigkeitsstufen, um dich selbst nicht zu überfordern.

Ashtanga Yoga: Feste Abläufe üben

Ashtanga Yoga ist eine Form des Vinyasas, das auf den Lehren von Sri Krishnamacharya, einem der bedeutendsten Yoga-Lehrer, beruht. Er entwickelte 6 feste Asana-Serien, die im Vinyasa geübt werden. Diese werden von Stufe zu Stufe schwieriger und sollten aus diesem Grund aufeinander aufbauend trainiert werden. Im Ashtanga Yoga sind die Schwierigkeitsstufen deshalb noch wichtiger.

Geeignet für: alle, die gerne dynamisch üben und feste Strukturen bevorzugen

Unser Tipp: Egal, ob du schon einmal Yoga gemacht hast oder nicht – wer im Ashtanga Yoga neu ist, sollte unbedingt eine Stunde für Einsteiger*innen besuchen, um die vorgegebenen Abfolgen zu lernen.

Power und Intensive Yoga: Den Körper fordern

Du möchtest deine Muskulatur stärken oder abnehmen? Dann solltest du es mit Intensive oder Power Yoga probieren. Der Name lässt schon erahnen, dass es bei dieser Yoga-Art anstrengend wird. Die Asanas werden im Vinyasa, also dynamisch geübt und sehr kraftvoll ausgeführt, sodass du schnell ins Schwitzen kommst.

Geeignet für: alle, die ihre Muskulatur kräftigen wollen und ein anstrengendes und doch sanftes Workout suchen

Unser Tipp: Wenn du in einer Asana zusätzlich den Beckenboden anspannst und den Bauchnabel zur Wirbelsäule ziehst, kannst du die Intensität sogar noch erhöhen. Das formt eine schöne Taille und trainiert einen flachen Bauch.

Bikram Yoga: Dehnen und Schwitzen

Bei Bikram Yoga kommst du in jedem Fall ins Schwitzen. Denn egal, zu welcher Jahreszeit: Der Raum wird schon vor Beginn auf eine Temperatur zwischen 38 und 40 Grad aufgeheizt. Die Stunde ist genau strukturiert: Sie besteht aus einer geschützten Abfolge von 26 Asanas und 2 Atemübungen. Entwickelt hat diese Yoga-Richtung der indische Yogameister Bikram Choudhury. Durch die Hitze werden Muskeln und Sehnen dehnbarer.

Außerdem wirkt das Schwitzen entgiftend. Dennoch sollte dein Kreislauf stabil sein. Gerade im Winter ist der große Temperaturunterschied eine zusätzliche Belastung. Obendrein darfst du nicht vergessen, dass auch die Positionen ziemlich fordernd sind. Wer sich fit fühlt und sowohl geistig als auch körperlich gefordert werden will, ist beim Bikram Yoga genau richtig.

Geeignet für: alle, denen Hitze keine Probleme macht

Unser Tipp: Gehe besonders achtsam mit dir um. Auch wenn die Muskeln durch die Wärme dehnbarer sind, besteht Verletzungsgefahr, wenn du zum Beispiel ruckartig tiefer in die Dehnung gehst.

Kundalini Yoga
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Beim Kundalini Yoga entdeckst du deine spirituelle Seite

Kundalini Yoga: Spirituelle Energie wecken

Kundalini steht für eine energetische Kraft, die im Yoga als Schlange dargestellt wird. Sie sitzt im Bereich des Kreuzbeins und soll durch die Yoga-Praxis erweckt werden. Dabei wandert sie langsam den Hauptenergiekanal, der entlang der Wirbelsäule verläuft, bis ganz nach oben Richtung Kopfscheitel. Auch in dieser Yoga-Richtung werden die Asanas dynamisch ausgeführt. Aufgrund der spirituellen Basis wird der Fokus verstärkt auf Atmung und Meditation gelegt.

Geeignet für: alle, besonders wenn sie sich für Spiritualität begeistern

Unser Tipp: Das Gefühl, die Kundalini zu erwecken, braucht Zeit. Viel Zeit. Manchmal auch das ganze Leben. Deshalb: durchatmen, locker machen und Yoga praktizieren. Das ist der richtige Weg zum Ziel.

Iyengar Yoga: Saubere Ausfühung der Asanas

Aus dem klassischen Hatha Yoga entwickelte B.K.S. Iyengar ungefähr ab den 1930ern die nach ihm benannte Yoga-Richtung. Genauigkeit ist hier oberstes Gebot. So wird beim Iyengar Yoga extrem viel Wert darauf gelegt, jede Asana exakt und hoch konzentriert auszuführen. Gleiches gilt für die Atmung, die genau wie die Körperhaltungen langsam und bewusst fließen soll.

Iyengar Yoga
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Beim Iyengar helfen dir Yogablöcke, Gurte und Bolster in die richtige Position zu kommen

Das Besondere: Für eine möglichst genaue Ausführung werden zahlreiche Hilfsmittel wie Gurte, Klötze oder Bolster verwendet, damit auch Neulinge und Ungeübte die Positionen korrekt halten. Ursprünglich sollten die Asanas bis zu 30 Minuten gehalten werden. Aber keine Sorge, so lange musst du nicht verharren. Meist sind es 2 bis 3 Minuten. Für Fortgeschrittene 5 Minuten.

Geeignet für: alle, besonders wenn sie die Asanas lange halten und intensiv spüren möchten

Unser Tipp: Blöcke, Klötze und Co. werden auch in anderen Yoga-Formen verwendet, sodass du einen kleinen Eindruck bekommst, wie man mit ihnen umgeht. Und denke daran: Die Hilfsmittel sind dazu da, dir das Halten zu erleichtern.

Jivamukti Yoga: Dynamisch die Seele befreien

Übersetzt bedeutet Jivamukti "Befreiung der Seele". Entwickelt wurde diese Yoga-Art in den 80ern mit dem Ziel die alte Tradition auch im modernen Großstadtdschungel alltagstauglich zu machen. Die Asanas werden dynamisch und in einem relativen hohen Tempo geübt, was die Praxis durchaus fordernd macht. Daneben sind das Lesen von traditionellen Yoga-Texten, Musik und Meditation feste Bestandteile einer Stunde.

Geeignet für: alle, die gerne dynamisch und mit Musik üben und sich sowohl körperlich als auch geistig fordern möchten

Unser Tipp: Anfangs ist der Input ziemlich hoch und gerade Neulinge tun sich schwer das Tempo zu halten. Leichter hast du es, wenn du die Basics bereits beherrschst.

Aerial Yoga: Sich mal richtig fallen lassen

Wer sich einfach mal hängen lassen möchte, sollte Aerial Yoga ausprobieren. Dabei dreht sich alles um, ein trapezförmiges Tuch, das von der Decke baumelt und beim Üben der Asanas ein ganz neues Gefühl verleiht. Du kannst es um die Hüfte wickeln, es zum Festhalten verwenden oder dich hineinlegen und einfach fallen lassen. Fühlt sich an wie auf Wolke sieben und ist damit ein optimaler Stresskiller.

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Sich mal richtig hängen lassen: Beim Aerial Yoga ist genau das gewollt

Geeignet für: alle, die mal was anderes ausprobieren wollen und keine Angst haben, mal loszulassen

Unser Tipp: Besonders bei Rückenproblem hilft das Hängen im Aerial Tuch die Wirbelsäule zu entlasten. Hier findest du ein beliebtes Yogatuch für zu Hause. Aber Vorsicht: Für Schwangere ist das Rumhängen nicht geeignet. Auch wer Probleme mit dem Blutdruck hat, sollte lieber auf der Matte bleiben.

Acro Yoga: Gemeinsam rumturnen

Acro Yoga verspricht wohl den größten Fun-Faktor. Die akrobatischen Positionen werden hier meist mit einer oder mehreren Partner*innen geübt. Vertrauen hat dabei oberste Priorität. Immerhin musst du dich darauf verlassen, dass du gehalten wirst und dieses Gefühl auch deinem Gegenüber vermitteln. Diese Yoga-Form solltest jedoch nur ausprobieren, wenn du kein Problem mit Körperkontakt hast und offen für Neues bist. Dafür wirst dann mit einer Menge Spaß belohnt. Aktuell gibt es ein paar Online-Angebote, bei denen du live von zu Hause aus mitmachen kannst.

Geeignet für: alle, die auf Akrobatik stehen und gerne mit Partner*in trainieren

Unser Tipp: Deine*n Partner*in kannst du in die Stunde auch einfach mitbringen. Außerdem macht es schon unglaublich Spaß, daheim die Matte auszurollen und sich zu zweit zum Beispiel an der Fliegerposition zu üben.

Hormon Yoga: Die Balance finden

Hormon Yoga ist den Anbietern zufolge ganz auf die Bedürfnisse des weiblichen Hormonsystems ausgerichtet und wirkt angeblich harmonisierend. Durch Atemübungen und Asanas sollen die Hormondrüsen stimuliert werden, sodass der Hormonhaushalt seine natürliche Balance findet.

So soll es Frauen in den Wechseljahren, Frauen mit Kinderwunsch oder Frauen mit Hormonschwankungen helfen, wieder in Einklang zu kommen. Aber Vorsicht! Hormon Yoga ist nicht für jede Frau geeignet. Wenn du an Osteoporose oder Endomitriose leidest, Innenohrentzündungen, Bauchschmerzen, Herzprobleme, einen Bandscheibenvorfall oder eine Schilddrüsenüberfunktion hast, schwanger bist oder operiert wurdest, solltest du es auf keinen Fall praktizieren.

Geeignet für: Frauen, die mit hormonellen Veränderungen zu kämpfen haben

Unser Tipp: Hormon Yoga kann als alternative Heilmethode praktiziert werden. Bei schwerwiegenden Problem solltest du dir trotzdem immer einen ärztlichen Rat einholen!

Yin Yoga
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Einatmen und mit jeder Ausatmung sanft tiefer in die Dehnung kommen

Yin Yoga: Tief durchatmen

Durchatmen und zur Ruhe kommen ist Teil jeder Yoga-Praxis. Beim Yin Yoga steht es aber in besonderem Fokus. Denn die meisten Formen bestehen sowohl aus Yin, dem ruhigen Part als auch Yang, dem aktiven Part. Die Asanas werden sehr langsam eingeführt und lang gehalten. Anfangs 2 bis 3, später gerne auch mal 5 Minuten. Physisch wird vor allem die Flexibilität verbessert und die tiefliegenden Schichten also Bindegewebe und Faszien trainiert.

Geeignet für: alle, die auf der Suche nach Ruhe sind und eine sanfte Praxis bevorzugen

Unser Tipp: Da du es wahrscheinlich nicht gewohnt bist, so lange in einer Position zu verharren, wird das schnell anstrengend. Außerdem gehört eine ganze Menge mentale Stärke dazu, seinen inneren Schweinehund zu überwinden und sich wirklich fallen zu lassen. Aber auch das kannst du trainieren.

Yoga Nidra: Wohlbefinden steigern im yogischen Schlaf

Yoga Nidra kommt ganz ohne Bewegung aus. Du liegst mit geschlossenen Augen bequem in der Shavasana-Haltung auf deiner Matte, oft mit Decke und Bolster. Dort fasst du eine Intention und folgst der geführten Körperreise, die dein*e Yoga-Lehrer*in anleitet. Verschiedene Körperregionen werden nacheinander fokussiert. Dabei entspannst du dich und kannst lösen, was dich belastet, dich neu ausrichten und sogar dein Verhalten nachhaltig positiv verändern.

Die Achtsamkeitsmeditation ist ein unangestrengtes aktives Erlebnis, das sich entspannend auf deinen Alltag und deinen Schlaf auswirkt. Hier erfährst du, wie Yoga Nidra genau abläuft und was dahinter steckt.

Geeignet für: alle, die sich nach tiefster Entspannung sehnen

Unser Tipp: Mach's dir auf der Matte gemütlich – aber nicht einschlafen! Einfach loslassen und genießen.

Vielleicht benötigst du einige Anläufe, um die Yoga-Form zu finden, die zu dir passt. Scheu dich nicht, verschiedene Arten zu probieren und Schnupperstunden in Anspruch zu nehmen. Denn am Ende zählt, dass du dich wohlfühlst, gerne hingehst und Spaß hast.

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