Yogamatte: Wie Sie die perfekte Matte finden – und richtig reinigen

Auf die Matte, fertig, Sonnengruß! So finden Sie die ideale Yogamatte. © Jacob Lund / Shutterstock.com

Sind dicke Yogamatten schlechter als dünne? Und warum müffelt die neue eigentlich so? So finden Sie die perfekte Yogamatte für Ihren Yoga-Stil – und halten sie sauber

Ob Lotussitz, Halbmond oder Savasana – die Matte ist Ihre Erdung in jeder Asana. Damit Sie immer schön im Flow bleiben und nicht aus der Balance geraten, klären wir alle wichtigen Fragen zur perfekten Grundlage für verschiedene Yoga-Arten und geben Tipps, wie Sie Ihre Matte richtig reinigen:

Welche Yogamatte eignet sich für welche Yoga-Art?

Das kommt ganz darauf an, wie Sie am liebsten Yoga machen. Für dynamisches und schweißtreibendes Yoga wie Vinyasa-Flow, Hatha- oder Bikram-Yoga empfiehlt Yogalehrerin Annika Isterling aus Hamburg, darauf zu achten, dass die Matte rutschfest ist: „Wenn Sie beim Yoga schnell schwitzige Hände bekommen, sind Matten aus Naturgummi besonders geeignet“, sagt die Expertin.

Für Power-Yoga viel zu rutschig, aber bei ruhigem, meditativem Kundalini oder Sivananda richtig bequem sind Yogamatten aus Schurwolle.

Sind dicke Yogamatten schlechter als dünne?

Nein. Standard sind 5 bis 6 Millimeter. Aber gerade für Einsteiger oder Yogis mit zarten Knochen sind dickere Matten mit bis zu 8 Millimetern besser geeignet. Zwar ist es in manchen Posen schwieriger, darauf die Balance zu halten, dafür dämpfen sie besser. „Das ist viel schonender für die Gelenke und in Posen wie dem Kamel auch deutlich bequemer“, sagt Isterling. Die 2 bis 3 Millimeter dünnen Travelmatten sind leicht und deshalb auch besonders gut zu transportieren. „Die sind allerdings wirklich nur als Zweitmatte für unterwegs geeignet.“

Mit der perfekten Yogamatte macht das Üben gleich viel mehr Spaß. © Pandora Studio / Shutterstock.com

Wie lang muss die Gymnastikmatte sein?

Als Faustregel für die richtige Länge gilt: Sie sollten Kopf und Füße gleichzeitig bequem darauf ablegen können. „Die Standardlänge ist etwa 173 Zentimeter. Viele Anbieter haben auch längere Matten im Sortiment. Die lohnen sich schon ab einer Körpergröße von 174 Zentimetern“, sagt Yoga-Expertin Annika Isterling.

Gibt es auch umweltfreundliche Yogamatten?

Liegt Ihnen die Umwelt am Herzen, bieten sich Materialien wie Naturkautschuk, Jute, Bambus, Schurwolle, Baumwolle oder Kork an. Während der Übungen kommen Sie Ihrer Matte sehr nah, auch deshalb sollten Sie auf schadstoff­freie Materialien achten. „Mir persönlich ist es besonders wichtig, dass meine Matte PVC-frei ist“, so die Expertin. Das Öko-­Tex-Zertifikat gilt als Gütesiegel für auf Schadstoffe geprüfte Produkte.

Wie teuer ist eine gute Yogamatte?

Die Preisspanne reicht von 15-Euro-Schnäppchen bis zu Designerteilen für über 100 Euro. „Um Yoga aus­zuprobieren, genügt eine günstige oder eine Leihmatte aus dem Studio. Wer aber regelmäßig übt, sollte sich eine gute Matte anschaffen“, sagt Isterling. Die Empfehlung der Expertin: 60 bis 90 Euro sollten Sie investieren, wenn die Matte langlebige Yoga-­Praxis durchhalten soll.

Brauche ich ein Yogatuch?

Keine schlechte Idee, denn: Yogi-Towels können Sie im Studio auf Leihmatten legen und müssen so nicht den Restschweiß der an­deren aushalten. Anfangs wirkt es zwar rutschig, aber dennoch: „Das Tuch bekommt erst richtig Grip, wenn die Hände etwas schwitzig werden.“

Yogamatten im Vergleich

Worauf es bei einer guten Yogamatte wirklich ankommt, hängt ganz davon ab, was Sie damit vor haben. Je nach praktizierter Yoga-Art, Trainings-Location und persönlicher Vorliebe, gibt es verschiedene Anforderungen an eine Matte.

1. Die softe Yogamatte von Pranajaya

Sie ist aus Baumwolle und mehr Teppich als Matte. Vorteil: Sie bietet einen guten Grip auch bei dynamischen und schweißtreibenden Yogastilen. Außerdem ist sie auf 60 Grad waschbar und auf DIN-A4-Größe faltbar – echt praktisch!

Besonders geeignet für: Bikram Yoga

Preis: 60 Euro

Von kuschligen Wollmatten bis hin zum rutschfesten Allround-Talent – die Auswahl an Yogamatten ist riesig. © Kroeger und Gross

2. Die flauschige Yogamatte von YogiStar

Diese Yogamatte besteht aus reiner Schafschurwolle. Das macht sie herrlich warm und weich. Der Fröstel-Faktor bei der Meditation ist dadurch massiv abgesenkt. Pflege-Tipp: Weil sich Wolle an der Luft selbst regeneriert, müssen Sie sie hinterher nur gut lüften statt zu desinfizieren.

Besonders geeignet für: Kundalini, Sivananda

Preis: 70 Euro

3. Die stabile Yoga Mat Grip & Cushion von Casall

Diese Yogamatte aus rutschfestem Naturkautschuk bietet Ihnen besondere Stabilität und federt mit 5 Millimetern Dicke jede Bewegung ab. Die wellenförmige Struktur gibt Ihnen zusätzlichen Halt.

Besonders geeignet für: dynamische Flows wie beim Vinyasa- oder Hatha-Yoga

Preis: 90 Euro

4. The Reversable Mat von Lululemon

Die Lululemon Yogamatte ist ein wahres Allround-Talent und damit besonders für Yoga-Anfänger geeignet, weil sie damit alles ausprobieren können. Die 3 Millimeter dünne Matte hat unterschiedliche Oberflächen, ist beidseitig nutzbar und absorbiert Feuchtigkeit.

Besonders geeignet für: Yoga-Anfänger

Preis: 70 Euro

5. Die sensitive Yogamatte Power von AsanaYoga

Die Yogamatte von Asana Yoga enthält keinerlei PVC, Latex oder Kautschuk, bringt eine gute Dämpfung und Stabilität, ist andererseits aber sehr flexibel.

Besonders geeignet für: Allergiker und zarte Haut

Preis: 40 Euro

6. Die kluge Yogamatte von Liforme

Diese Yogamatte von Liforme ist besonders clever. Sie ist etwas breiter und länger als eine Standardmatte und hat Markierungen für einzelner Asanas in die Oberfläche eingraviert, die Ihnen in Ihrem Flow bei der Orientierung und perfekten Ausrichtung aller Körperteile auf der Matte helfen.

Besonders geeignet für: Iyengar Yoga

Preis: 140 Euro

So reinigen und pflegen Sie Ihre Yogamatte richtig

Eine Yogamatte macht im Laufe der Zeit viel mit – und wird dabei auch mal dreckig. Irgendwann nimmt die Bakterien-Party, bestehend aus Schweiß und Outdoor-Schmutz, dann Festival-Dimensionen an und es müffelt im herabschauenden Hund. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie die Matte regelmäßig reinigen und richtig pflegen.

Darf ich meine neue Yogamatte waschen?

Manchmal gibt es gute Gründe, die Yogamatte mal wieder gründlich zu reinigen. © Chutima Chaochaiya / Shutterstock.com

Ja. Manche Matten dürfen in die Waschmaschine, einfach mit ein wenig Flüssigwaschmittel bei geringer Temperatur waschen. Wer Keime und Krankheitserreger auf seiner Matte vermutet, muss zu härteren Mitteln greifen: „Alkoholhaltige Mittel desinfizieren am besten“, sagt der Hygieniker Dr. Michael Pietsch von der Uniklinik Mainz. Aber Vorsicht: Diese können die Oberfläche stark angreifen und sollten bestenfalls nicht im Dauereinsatz sein. Auch in die Waschmaschine sollte die Matte nicht zu häufig, da dadruch das Material porös werden kann.

Wieso riecht meine Yogamatte so komisch?

„Ganz egal, aus welchem Material die Matte ist, anfangs riechen alle sehr intensiv“, sagt Isterling. Wenn sie ein paar Tage ausgerollt lüftet, verfliegt der Geruch aber schnell. Und es ist doch so: „Richtig gut wird eine Yogamatte erst, wenn etwas Schweiß darauf geflossen ist.“

Sind Leihmatten unhygienisch?

Wahrscheinlich. Denn Sie teilen sie nicht nur mit Ihrem Vorgänger, sondern auch mit dem, was er hinterlässt: „Bakterien, die vorher auf der Haut waren, sind nach der Stunde sicher auch auf der Matte“, sagt Dr. Michael Pietsch. Sie lieben die feuchtwarme Umgebung und bleiben eine ganze Weile: „Je nach Art überleben sie nur wenige Stunden bis zu mehreren Tagen auf der Oberfläche.“

Was bringt ein Yogamatten-Spray?

„Sprays sind gut. Damit können Sie notfalls die Leihmatte im Studio fix abwischen“, so Isterling. Dadurch riecht sie gleich besser, und Sprays mit Teebaumöl oder Essigessenz befreien sie schnell von Schweiß und Bakterien.

Tipp: So ein Spray können Sie auch fix selbst anmischen. Etwas Teebaumöl, Wasser und ein paar Tropfen ätherische Öle — fertig!

Die persönliche Yogamatte sagt schon viel über einen Yogi aus. Ganz nach dem Motto "Zeig mir deine Matte und ich sag dir, wer du bist". Denn bestenfalls üben Sie nicht auf irgendeiner Matte, sondern auf einer, die genau Ihren Ansprüchen und Bedürfnissen entspricht und Ihnen obendrein auch noch richtig gut gefällt. Und mit der richtigen Pflege werden Sie sicher lange Spaß an Ihrer Matte haben.

10.08.2017| © womenshealth.de
Anna Ullrich Fitness & Lifestyle
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