Das Coronavirus kann gefährliche Lungenentzündungen auslösen Anikin Dmitrii / Shutterstock.com

Corona-Virus vorbeugen Wie du die Ansteckung mit Covid-19 verhindern kannst

Mittlerweile gibt es Fälle in allen Bundesländern: Das Corona-Virus breitet sich aus. Was kannst du tun, um vorzubeugen? Diese Tipps schützen dich und andere am besten vor einer Ansteckung

Auch wenn das Thema die Nachrichten dominiert: Es besteht nach wie vor kein Grund zur Panik, aber zur Vorsicht. Das Corona-Virus, in der Fachsprache SARS-CoV-2, ist seit Dezember aus China kommend weltweit auf dem Vormarsch und hat inzwischen mehrere deutsche Bundesländer erreicht.

Zunächst muss man sagen: Eine Infektion mit dem Corona-Virus ist in den meisten Fällen nicht lebensgefährlich. Etwa 80 Prozent der Erkrankungen verlaufen sehr mild. Viele fragen sich nun trotzdem, wie sie eine Infektion mit dem Virus, der zum Teil schwere Lungenkrankheiten auslöst, verhindern können. Schon setzen Hamsterkäufe ein, die Nachfrage nach Mundschutzmasken und Desinfektionsmitteln steigt auch in Deutschland. Aber schützt dich das wirklich vor Ansteckung? Wir klären auf, was hilft und was nicht.

Was genau ist SARS-CoV-2?

SARS-CoV-2 gehört zur Familie der Corona-Viren, benannt nach der zackenförmigen Strukturder Viren, die an eine Krone oder einen Kranz erinnern, also eine "Corona". Es ist mit dem 2002 entdeckten SARS-Virus eng verwandt, darum heißt es Sars-Corona-Virus-2.

Gelangen die Viren in deinen Organismus, können sie unterschiedliche Erkrankungen auslösen. Es kann bei einer harmlosen Erkältung bleiben, aber auch eine möglicherweise lebensgefährliche Lungenentzündung ist möglich. Die durch SARS-CoV-2 verursachte Lungenerkrankung heißt Covid-19: Corona Virus Disease 19 (19 nach dem Jahr des ersten Auftretens 2019).

Tipp: Wenn du unterwegs bist und glaubst, dass du mit Viren Kontakt hattest, kann ein Handdesinfektionsmittel eine Infektion verhindern – das hilft übrigens auch gegen die "normalen" Grippeviren.

Das Coronavirus hat eine zackenförmige Oberfläche, die an eine Krone erinnert.
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Das Coronavirus hat eine kranzförmige Oberfläche, daher der Name Corona (lat. Krone).

Wie überträgt sich das Corona-Virus?

Corona-Viren werden nach bisherigen Erkenntnissen ursprünglich von Tier zum Menschen übertragen. Mittlerweile weiß man aber, dass Covid-19 von Mensch zu Mensch übertragbar ist. SARS-CoV-2 wird meist durch eine Tröpfcheninfektion übertragen, also zum Beispiel durch Anniesen oder Anhusten. Es gibt aber auch immer mehr Hinweise, dass eine Ansteckung auch über oral-fokale Schmierinfektion geschehen kann, also etwa über das Anfassen einer Türklinke, die zuvor eine infizierte Person benutzt hat.

"Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben", so die Information des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), "Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich." (Stand 19.3.2020)

Welche Symptome löst Covid-19 aus?

Die Anzeichen erinnern stark an eine typische Grippe. "Wie andere respiratorische Erreger kann eine Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen, einige Betroffene leiden auch an Durchfall", so das Robert-Koch-Institut in einer Mitteilung. In selteneren, schwer verlaufenden Fällen kann es zu Beschwerden beim Atmen oder sogar zu einer Lungenentzündung führen.

Das Tückische bei Covid-19 ist, dass es zwar ab dem Infektionszeitpunkt ansteckend ist, die Inkubationszeit jedoch von 2 bis 14 Tagen betragen kann. Sprich: Infizierte sind bereits ansteckend, auch wenn sie sich noch gar nicht krank fühlen oder Symptome zeigen. Wenn du dich vor Ansteckung schützen willst, musst du also immer vorsichtig sein, nicht nur in Gegenwart von bereits erkennbar kranken Menschen.

Für wen ist Covid-19 besonders gefährlich?

Wie gesagt: Dramatisch gefährlich ist Covid-19 bislang nicht. Nur bei etwa 2 Prozent der Infizierten nimmt die Krankheit einen tödlichen Verlauf. Aber insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen können unter schwereren Verläufen der Erkrankung leiden. Menschen unter 50 Jahren haben ein statistisch signifikant niedrigeres Risiko. Die meisten Todesfälle aufgrund von Covid-19 gab es bei Menschen, die älter sind als 50 Jahre, diese Kurve steigt nochmals an bei über 60-Jährigen.

Frauen zeigen dabei deutlich seltener schwere Verläufe als Männer. Das hängt wahrscheinlich zum einen mit dem etwas anderen Immunsystem zusammen. Der weibliche Körper kann oft Viren besser bekämpfen, so ist zum Beispiel bei Frauen die Immunantwort nach Impfungen im Vergleich zu Männern auch stärker. Zum anderen leben Frauen im Durchschnitt gesünder, rauchen weniger und leiden seltener an schweren Erkrankungen, die den Körper zusätzlich schwächen.

Aber jetzt bloß nicht leichtsinnig werden, du solltest dich trotzdem so gut schützen, wie es geht!

Wie kann ich mich vor der Infektion mit dem Corona-Virus schützen?

Du kannst auf verschiedene Weise aktiv deinen Schutz vor Ansteckung erhöhen und die Ausbreitung des Virus ausbremsen. Dazu ist es wichtig, dass du diese 6 Maßnahmen konsequent und richtig anwendest:

1. Wasche regelmäßig deine Hände!

Häufiges Händewaschen ist nach Meinung des RKI und der Weltgesundheitsorganisation die effektivste Methode, dich vor einer Ansteckung zu schützen. Doch das Händewaschen muss auch richtig sein: Damit du Viren wirklich von den Händen abwäschst, muss du sie mindestens 30 Sekunden lang waschen und mit Seife nicht nur die Handflächen, sondern auch die Fingerzwischenräume und den Handrücken gründlich reinigen.

Zum Abtrocknen solltest du keinesfalls das gleiche Handtuch nutzen wie andere. Feuchte Handtücher sind ideale Brutorte für Viren und Bakterien. Feuchte Rückstände auf der Haut übrigens auch, also immer auch sehr gründlich abtrocknen, auch zwischen den Fingern, am besten mit Papierhandtüchern oder unter einem Luftpuster. Nicht zuhause? Dann drehst du mit den Tüchern auch den Wasserhahn zu und fasst damit die Türklinke an, bevor du es wegwirfst und hinausgehst.

Regelmäßiges, gründliches Händewaschen hilft am effektivsten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus
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Gründliches Händewaschen, mindestens 30 Sekunden, ist die beste Vorbeugung gegen Ansteckung mit Covid-19.

2. Nicht ins Gesicht greifen!

Schärfe dir ein, dir nicht ständig mit den Händen ins Gesicht zu fassen. Viren können über den Kontakt mit den Schleimhäuten von Mund, Nase und Augen übertragen werden. So können Corona-Viren zum Beispiel auch in den Körper gelangen, wenn du sie am Finger hast und dir die Augen reibst.

3. Nutze regelmäßig ein Desinfektionsmittel!

Gerade unterwegs hast du oft keine Gelegenheit, deine Hände zu waschen. Dann hilft dir ein Handdesinfektionsmittel, dich vor einer Infektion zu schützen – übrigens auch mit Grippeviren. Aber Vorsicht: Nicht jedes dieser Desinfektionsmittel bietet auch wirklich Schutz. Checke auf der Verpackung, ob es gegen Viren und nicht nur gegen Bakterien schützt.

Beim Corona-Virus ist es außerdem wichtig, dass das Mittel „begrenzt viruzent“ ist. Hintergrund: Corona-Viren sind, wie auch die Grippeviren, sogenannte „behüllte Viren“. Ihre Hüllen machen sie empfindlich und leicht angreifbar, deshalb genügen „begrenzt viruzide“ Mittel aus, um sie abzutöten. Vorsicht! Im Moment sind die Desinfektionsmittel sind vielerorts ausverkauft, werden aber nachproduziert. Bestelle nicht aus Verzweiflung zu Wucherpreisen bei dubiosen Händlern im Internet!

Auch wichtig: Desinfektionsmittel greifen den Säureschutzmantel der Haut an. Zu häufiger Kontakt mit Desinfektionsmitteln machen ihn empfindlich. Er kann seine Schutzfunktion verlieren, mit dem Ergebnis, dass es Viren leichter haben, ihn zu überwinden und in den Körper einzudringen. Also nicht zu häufig desinfizieren!

4. Halte Abstand zu erkrankten Mitmenschen!

Zeigen Leute in deinem Umfeld Symptome wie Niesen oder Husten, halte lieber einen Mindestabstand von etwa 1 bis 2 Metern. Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (dgi) geht davon aus, dass du über einige Zeit Kontakt auf einer Entfernung unter einem Meter haben muss, um dich bei Infizierten anzustecken.

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Ein Mundschutz ist gegen das Corona-Virus nicht immer die beste Lösung.

5. Beachte die gute alte Nies- und Husten-Etikette!

Du hast als Kind gelernt, beim Niesen die Hand vor den Mund zu halten? Nett gemeint, aber leider gelangen dadurch die Viren auf die Handinnenflächen. Das dortige warm-feuchte Milieu bietet ihnen optimale Bedingungen zur Vermehrung. Durch Händeschütteln oder Türklinken gelangen sie auch bequem zum nächsten Opfer. Darum niest und hustest du besser in deine Armbeuge, und drehst dabei deinen Oberkörper von anderen Menschen weg. Weise auch andere Menschen mit Symptomen darauf hin.

6. Trage, wenn nötig und vorhanden, einen Mundschutz!

Du kennst die Bilder von Menschen mit Mundschutz aus den Nachrichten. Ist das sinnvoll? Kommt drauf an. Für Menschen mit Erkältungs- und Grippesymptomen ist ein Mundschutz sinnvoll: Wenn sie unwillkürlich niesen müssen, schützt er die Umstehenden vor einer Tröpfcheninfektion. In Kliniken helfen Gesichtsmasken, um Patienten vor Keimen zu schützen, die Pflegekräfte übertragen könnten.

Aber als Gesunder zum Schutz vor Ansteckung einen Mundschutz zu tragen, wird von der WHO nicht empfohlen. Denn zum einen haben diese sich in zahlreichen Studien als sinnlos erwiesen, da Nicht-Fachpersonal sie meist nicht sachgemäß anwendet und auch nicht häufig genug wechselt. Dadurch können sie womöglich sogar selbst zu einem Keimreservoir werden . Zum anderen wiegen Masken dich in falscher Sicherheit und lassen dich womöglich zentrale Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Händewaschen vergessen.

Wobei dir Gesichtsmasken allerdings helfen können, ist zu verhindern, dass du dir unbewusst ständig ins Gesicht fasst und so mit kontaminierten Händen Mund-, Nasen- oder Augenschleimhäute berührst. Wichtig: Die Masken müssen den Standard FFP2 oder besser FFP3 haben, um gegen Covid-19 überhaupt etwas auszurichten. Übrigens: Auf der Straße „fliegen“ nicht einfach so infektiöse Konzentrationen von Corona-Viren durch die Luft. Um sich welche einzufangen, musst du schon näher als einen Meter an einem niesenden Menschen stehen.

Auch Mundschutzmasken sind derzeit an vielen Stellen ausverkauft. Da du sie wie gesagt kaum benötigst, solltest du auch hier keine Panikkäufe zu Wucherpreisen im Internet tätigen!

7. Meide unnötige Massenveranstaltungen!

Auch wenn die Zahl der Erkrankten in Deutschland immer noch sehr gering ist, gibt es die Möglichkeit, dass nicht alle Infektionsketten vollständig erfasst wurden. Da das Virus auch nach Infektion längere Zeit unerkannt bleibt, besteht die Möglichkeit, dass mit dem Corona-Virus infizierte Personen ahnungslos damit unterwegs sind. Darum empfehlen mittlerweile einige Experten, größere Menschenansammlungen und Massenveranstaltungen zu meiden, wenn du nicht unbedingt dorthin musst. Das ist nicht dringend nötig, hilft aber, die Wahrscheinlichkeit einer Verbreitung des Virus einzugrenzen.

Wie gefährlich ist Covid-19?

Für gesunde Menschen ist das neue Virus nicht gefährlicher als eine Grippe. "Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder zuvor an chronischen Grunderkrankungen litten. Derzeit liegt der Anteil der Todesfälle an den labordiagnostisch bestätigten Erkrankungen bei etwa 2 Prozent, es ist aber wahrscheinlich, dass dieser Anteil tatsächlich geringer ist, weil sich die Daten auf hospitalisierte Patienten beziehen", so das RKI, in einer Mitteilung vom 10.2.2020.

Die WHO hält die Grippe zur Zeit sogar für gefährlicher als das Corona-Virus, da SARS-CoV-2 bei etwa 80 Prozent der Infizierten gar keine oder kaum Symptome auslöst, so dass man gar nicht merkt, dass man erkrankt ist.

Eine Grippeimpfung wird vom Bundesgesundheitsministerium deshalb nach wie vor empfohlen, auch, um die Identifizierung des Corona-Virus bei Menschen mit Krankheitssymptomen zu erleichtern.

Das Corona-Virus verursacht nicht die Pest. Lass dich nicht von Panik anstecken. Um dich und andere zu schützen, ist regelmäßiges Händewaschen am effektivsten. Trage ein Handdesinfektionsmittel bei dir und halte Abstand zu offensichtlich Kranken. Verzichte, solange du dich gesund fühlst, auf einen Mundschutz.