Gut durch die Corona-Krise kommen
Gesund und fit im eigenen Zuhause
Regelmäßiges Lüften kann die Ansteckung mit Coronaviren minimieren. Monkey Business Images / Shutterstock.com

Richtig lüften So lüftest du am besten gegen Corona

Gesund durch die Corona-Krise Wie du richtig lüftest, um eine Ansteckung mit Coronaviren in Innenräumen zu vermeiden, und wie effektiv Luftfilter wirklich sind, liest du hier

Draußen wird es kälter und windiger. Kein Wetter, um die Fenster häufig und lange aufzureißen. Doch häufiges, regelmäßiges Lüften ist in diesem Corona-Herbst und -Winter in Innenräumen unverzichtbar, um das Ansteckungsrisiko durch mit Coronaviren kontaminierte Aerosole zu minimieren.

Aber was ist die richtige Lüftungs-Strategie? Wie du effektiv lüftest, wie sinnvoll die Anschaffung eines Luftfilters ist und worauf du beim Kauf achten musst, erklären wir dir hier.

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Wie hilft Lüften gegen eine Ansteckung mit Coronaviren?

Dafür muss du erst einmal nachvollziehen, wie es zu einer Ansteckung mit Coronaviren über die Luft kommen kann: Wenn zum Beispiel eine infizierte Freundin von dir hustet, niest oder auch nur spricht und ausatmet, sondert sie Tröpfchen ab, die mit dem Coronavirus belastet sind. Die größeren Tröpfchen fallen nach 1 bis 2 Metern zu Boden und sollten kein Problem darstellen, solange du den empfohlenen Mindestabstand einhältst. (Mehr zum Selbstschutz: So beugst du einer Ansteckung mit Coronaviren vor.)

Anders sieht es aber bei den feinen mikroskopisch kleinen Flüssigkeitspartikeln aus: Diese sogenannten Aerosole können sich stundenlang in der Luft aufhalten und sich in Räumen sogar über ganze 10 Meter ausbreiten, während sie 1,5 Meter über dem Boden hängen. Atmest du diese Aerosole ein, kannst du dich mit dem Coronavirus infizieren. Dagegen hilft Lüften, weil es die Luft in Bewegung hält und austauscht.

Warum ist Lüften in geschlossenen Räumen so wichtig?

Die Gefahr einer Ansteckung ist besonders groß in kleinen oder stickigen Räumen. Wissenschaftler raten dringend, die Gefahr durch Aerosole ernstzunehmen – denn mehrere Studien haben demonstriert, wie schnell sich das Virus über die Luft innerhalb geschlossener Räume überträgt. Das Robert Koch-Institut bezeichnet die virushaltigen Flüssigkeitspartikel sogar als Hauptübertragungsweg für das Coronavirus.

Damit du dich nicht in deiner Arbeitsstelle oder in deinen eigenen vier Wänden durch diese Aerosole ansteckst, ist regelmäßiges Lüften enorm wichtig. Draußen erledigt den Luftaustausch und die Zerstreuung der Aerosole die frische, oft windige Luft von allein. Deshalb ist es grundsätzlich weniger wahrscheinlich, dass sich im Freien Aerosole lange in der Luft aufhalten. Sie werden sozusagen weggeweht. In Innenräumen musst du das aktiv selbst übernehmen, indem du durch regelmäßiges Lüften die Konzentration der Viruspartikel deutlich reduzierst.

Aber Vorsicht: Nur weil du lüftest, heißt es nicht, dass du auf den Mindestabstand und die Maske verzichten sollst. Auch sie tragen weiterhin dazu bei, dich und andere vor einer Ansteckung zu schützen.

Wie lüfte ich am effektivsten?

Kurz die Fenster auf Kipp stellen und fertig? So einfach ist es leider nicht. Damit dir das Lüften auch wirklich etwas bringt, solltest du Stoßlüften, also die Fenster oder auch Türen weit öffnen, empfehlen sowohl das Bundesamt für gesundheitliche Aufklärung als auch das Umweltbundesamt.

Eine andere Methode neben dieser Stoßlüftung ist das Querlüften mit Durchzug, das sogar noch wirksamer ist. Der Haken: Das ist nicht in allen Büros oder Wohnungen möglich. Denn dafür müsstest du gegenüberliegende Fenster haben, die du allesamt weit öffnest. So wird die Luft im Raum im Nu vollständig ausgetauscht. Gekippte Fenster sind dagegen nur wenig wirksam – auch nicht, wenn du sie über längere Zeit geöffnet lässt.

Wie oft sollte ich zum Schutz vor Corona lüften?

Vor Corona-Zeiten war lüften bei den meisten maximal ein- bis zweimal am Tag angesagt. Schließlich wird es gerade im Herbst und Winter schnell kalt im Raum. Doch in außergewöhnlichen Zeiten sind außergewöhnliche Maßnahmen erforderlich: Wenn jemand im Raum niest oder hustet, solltest direkt stoßlüften, rät das Umweltbundesamt. Es kann also schon häufiger vorkommen, dass du aufspringen und die Fenster aufreißen musst. Klar, das nervt – aber es dient zu deinem Schutz vor dem Coronavirus.

Doch auch wenn niemand niest oder hustet, ist regelmäßiges Lüften Pflicht. Im Büro oder in der Sporthalle empfiehlt es sich, mindestens alle 60 Minuten frische Luft reinzulassen. Dabei gilt: Je mehr Menschen im Raum sind, desto öfter solltest du lüften. Teilst du dir dein Büro mit einer Kollegin oder kommt eine Freundin zu dir zu Besuch, solltest du alle 20 Minuten die Fenster aufreißen.

Ganz nach Ermessen zu lüften ist übrigens keine gute Idee: Zwar kannst du die Luftqualität beim Betreten des Raumes noch ganz gut einschätzen, jedoch endet das schon nach sehr kurzer Zeit. Dann hat sich dein Geruchssinn bereits so angepasst, dass dir stickige Luft gar nicht mehr auffällt.

Wie lange sollte ich lüften?

Im Schnitt solltest du die Fenster gut 10 bis 15 Minuten geöffnet lassen. Wenn es einfach zu kalt draußen ist, können auch 5 Minuten ausreichen.

Wenn du dir unsicher bist, wie lange du lüften solltest oder es einfach sehr genau nehmen möchtest, könnte dir ein CO2-Messgerät helfen: Zeigt das Gerät eine CO2-Konzentration von über 1000 ppm an, solltest du unbedingt lüften. Jeder Wert unter 1000 ppm ist während der Pandemie akzeptabel – sowohl auf der Arbeit als auch im Zuhause.

Was bringen Luftreiniger gegen Aerosole?

Bevor du dem allgemeinen Trend folgst und dir jetzt wahllos einen beliebigen Luftfilter kaufst, solltest du wissen: Luftfilter sind kein Ersatz für das Lüften. Die Anlagen können zwar dabei helfen, die Aerosolkonzentration zu senken. Jedoch reichen die Luftreiniger dem Umweltbundesamt zufolge nicht aus, um etwa in Klassenräumen die Viren aus der Raumluft zu entfernen.

Wenn du mit vielen Menschen in einem Raum zusammenarbeitest, werden die Geräte allein also nicht genügen. Ein Kauf von einem Luftfilter macht aber Sinn, wenn du ohnehin schon lüftest und die Virenkonzentration im Raum noch zusätzlich reduzieren möchtest.

Worauf muss ich beim Kauf von Luftreinigern achten?

Nicht alle Filter sind dafür geeignet, die Viruspartikel aus der Luft zurückzuhalten, betonen die Verbraucherzentralen. Nur die Modelle, die sogenannte High Efficiency Particulate Air (HEPA)-Filter der Klassen H13 oder H14 haben, können die Viruströpfchen filtern. Die in Lüftungsanlagen üblichen Klassen F7 bis F9 sind für dich zum Schutz vor Corona nicht geeignet.

Außerdem solltest du möglichst auf die Luftreiniger verzichten, die mit Ozon arbeiten. Denn die Filter können die Raumluft mit diesem Reizgas belasten. Dabei kann das Gas mit anderen chemischen Stoffen in der Luft reagieren – und gesundheitsschädliche Stoffe entstehen lassen.

Auch Geräte, die die Raumluft ionisieren, solltest du besser links liegen lassen: Die Ionisation bildet Ozon und kann die Viren ohnehin nicht unschädlich machen.

Etwas umstritten sind die Modelle, die UV-C-Licht einsetzt. Diese Strahlung kann die Viren theoretisch unschädlich machen. Aber das Umweltbundesamt betont, dass dies noch nicht nachgewiesen ist. Du solltest auch beachten, dass UV-C deiner Haut und deinen Augen schaden kann. Zwar dringt die Strahlung nur oberflächlich in deine (Netz-)Haut ein, jedoch kann eine erhöhte Dosis Hautrötungen oder eine Augenentzündung bei dir verursachen.

Was muss ich beim Aufstellen eines Luftfilters beachten?

Wichtig ist es, die Luftfilter nach einer bestimmten Zeit auszuwechseln. Über die Häufigkeit solltest du dich möglichst im Handbuch deines mobilen Reinigers informieren. Zudem sollte die gefilterte Luftmenge auf die Größe und Belegung deines Raumes abgestimmt werden.

Die Richtung, aus welcher der Filter Luft ansaugt und abbläst, sollte laut Verbraucherzentrale außerdem wohlbedacht sein. Der Reiniger muss einen großen Anteil der Raumluft ansaugen können, sonst kann er die Viruströpfchen in der Luft zusätzlich noch verwirbeln und verteilen. Die Öffnung, an der die Luft angesaugt wird, sollte am besten etwa 30 bis 50 Zentimeter von der Wand entfernt bleiben. Auch der Luftauslass darf nicht zu nah an Möbeln oder Wänden platziert sein.

Das ist dir alles zu viel Aufwand? Dann schau vielleicht noch einmal hier hinein: So gefährlich sind die Langzeitfolgen von Covid-19.

Intensives Stoßlüften kann Luft von Viruspartikeln befreien. In Räumen mit 2 oder mehr Leuten solltet ihr alle 20 Minuten mindestens 5 Minuten lang gut lüften. Luftreiniger können zudem dazu beitragen, die Raumluft von Viruspartikeln zu befreien – doch sie sind kein Ersatz für regelmäßiges Lüften.

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