Kickboxen für Frauen Das Boxtraining mit dem gewissen Kick

Hanna Hansen
Kickbox-Weltmeisterin Hanna Hansen erklärt alle Vorteile des Trainings. © Robert Grischek

Der Name ist Programm: Bei diesem Kampfsport stehen schnelle Kicks und kraftvolle Punches im Mittelpunkt. Super für alle, die mal richtig Dampf ablassen und dabei ordentlich ins Schwitzen kommen wollen

Dieser eine Kollege hat Sie heute mal wieder auf die Palme gebracht, in der Bahn ist Ihnen jemand auf den Fuß getreten und Ihr Partner hat immer noch nicht den Abwasch gemacht – Sie sind auf 180 und verspüren das dringende Bedürfnis, in ein Kissen zu hauen. Halt! Wir haben da was Besseres für Sie: schnüren Sie die Boxhandschuhe und powern Sie sich beim Kickboxen aus. Denn neben Stressabbau bekommen Sie hier ein intensives Ganzkörpertraining, das richtig viele Kalorien verbrennt.

Was ist Kickboxen?

Der Kampfsport vereint Karate, Taekwon-Do, Kung Fu und Boxen. Hier wird kräftig ausgeteilt mit Haken, Sprungtritten, Roundhousekicks und mehr. Der Wettkampf ist freiwillig – niemand muss in den Ring steigen. Wenn Sie sich aber im echten Kampf mit anderen messen wollen, gibt es 3 Formen:

1. Semikontakt

Der Kampf wird nach jedem Treffer am Körper des Gegners unterbrochen und dementsprechend werden Punkte gegeben.

2. Leichtkontakt

Ähnlich wie beim Semikontakt werden auch hier Treffer gezählt, aber auch die gesamte Ausführung des Kampfes. Hier gibt es keine Unterbrechung, deshalb ist hier Kondition gefragt.

3. Vollkontakt

Hier geht’s aufs Ganze! Der Kampf kann sowohl über Trefferpunkte gewonnen werden als auch durch ein K.O.

Warum sollten gerade Frauen kickboxen?

"Viele Frauen scheuen sich Kickboxen auszuprobieren, weil sie denken, da gibt es auf die Nase“, sagt Hanna Hansen, Weltmeisterin im Kickboxen. Dabei ist der Sport überhaupt nicht so aggressiv, wie er klingt. "Beim Training wird nicht gekämpft, keiner muss in den Ring.“ Stattdessen kriegen Sie hier das volle Fitness-Programm: Neben Kraft werden vor allem Ausdauer und Flexibilität (vor so einem Tritt auf Kopfhöhe muss man nämlich erstmal gedehnt sein) und Koordination geschult. Das macht es zu einem knallharten Workout, das mächtig Kalorien verbrennt und den Kopf fordert, egal ob man richtig kämpft oder nicht. Angst vor aufgeplusterten Muskelbergen müssen Sie aber nicht haben, beim Kickboxen werden die Muskeln definiert und nicht aufgepumpt.

"Es macht einfach total süchtig, das Auspowern, der Stressabbau und das tolle Gefühl nach dem Training sind unvergleichlich“, schwärmt Hansen. Wahrscheinlich liegt deshalb der Frauenanteil in ihrem Studio bei über 70 Prozent.

Was genau macht man beim Kickbox-Training?

Trainiert wird am Sandsack und mit Pratzen (Schlagpolster), in Form von Schattenboxen oder, wenn man möchte (!), in Übungskämpfen. Die ersten Schlagkombinationen kann man bereits nach der ersten Stunde.Damit sich niemand verletzt, müssen sich alle aufwärmen. Ansonsten ist das Training aber ungefährlich. Außerdem gibt es strenge Regeln. So ist es beispielsweise verboten, den Gegner festzuhalten oder irgendeine Technik durchzuführen, ohne dem anderen in die Augen zu schauen. Mit dem Kommando „Stop“ wird der Kampf in jedem Fall unterbrochen.

Die 6 wichtigsten Kicks beim Kickboxen

  1. Front-Kick: Der Körper ist gerade zum Gegner, Knie des vorderen Beins nach oben, dann mit der Ferse voran das Bein nach vorn schieben.
  2. Side-Kick: Seitlich zum Gegner drehen, Knie des vorderen Beins vor die Brust, Fuß nach vorn zum Gegner stoßen, mit der Ferse treffen.
  3. Back-Kick: Rücken zum Gegner, Knie zur Brust führen, nach hinten schauen, Bein explosiv nach hinten strecken, wieder zum Gegner drehen.
  4. Hook-Kick: Side-Kick neben den Kopf, dann die Ferse nach hinten ziehen und dabei ausdrehen.
  5. Axe-Kick: Fuß wird im Kreis über den Kopf des Gegners hochgeschwungen und dann wie eine Axt hinuntergeschlagen.
  6. Roundhose Kick: Vorderes Bein anwinkeln, Körper zur Seite drehen, Bein strecken, mit dem spitzen Fuß den Gegner an der Seite treffen.
Hanna Hansen
Roundhouse-Kick? Easy! © Robert Grischek

3 Kickbox-Tipps für Anfänger

Folgende Dinge sollten Sie beachten, wenn Sie mit dem Kickboxen anfangen wollen:

1. Die richtige Ausrüstung

„Die richtige Ausrüstung ist das Wichtigste“ sagt Hansen. Für Anfänger reichen ein paar vernünftige Boxhandschuhe, Fuß- und Beinschoner kommen später dazu. Sobald es in den Wettkampf geht, sind aber Kopf- und Mundschutz Pflicht, denn hier gehen die Kickboxer in die Vollen und es soll ja keiner verletzt werden.

2. Ausreichend Konzentration

„Beim Training ist das Verletzungsrisiko sehr klein“, sagt Hansen. Aber nur, wenn man auch wirklich bei der Sache ist. Wenn nicht, könnte auch plötzlich ein Fuß neben Ihrem Kopfentlangsegeln.

3. Bewusste Regeneration

Kickboxen fordert Körper und Geist. Deshalb sollte man sich nach dem Training auch genug Zeit gönnen, um sich davon zu erholen.

Alle, die sich richtig auspowern, den ganzen Körper trainieren und Stress abbauen wollen, sind hier genau richtig. Also zeigen Sie bei einem Probetraining mal, was Sie am Sandsack draufhaben!

03.04.2018| Tove Marla Hortmann © womenshealth.de
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